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Mein neuestes "Gedicht"

Hier können Sachen gepostet werden die sonst nirgends so recht passen.

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Mein neuestes "Gedicht"

Beitragvon Obi Knobi » 05.03.2006, 20:36

Letztens schrieb ich das hier. Es sollte eigentlich ein Gedicht werden, es war aber schon spät und mit dem Reimen und Einhalten eines Rhythmus wollte es nicht so recht klappen. Lest es euch durch und interpretiert mal... bin neugierig, wie ihr das deutet.


Rückkehr

Eines Tages kam ich wieder.
Sofort war der Wind da und fragte: „Habe ich dich noch nicht vertrieben, Stadtkind?“
Doch ich war kein Stadtkind mehr.
Das Meer rief: „Habe ich deine Haare noch nicht genug verklebt mit meinem Salz?“
Doch das Salz der Erde verflucht man nicht.
Der Regen schrie mir entgegen: „Du frierst wohl noch nicht genug?“
Doch sein Geschrei ging im Geprassel des Regens unter.

Ich kam zurück und gedenke zu bleiben.
Der Wind hat gelernt mich zu dulden.
Er zerzaust nur noch die anderen.
Auch die Fluten haben es aufgegeben mich zu bedrohen, es ängstigen sich doch nur die anderen.
Auch regnet es anderswo stärker als hier...

Die Landschaft ruft: „Hey, Stadtkind, was machst du in der Einsamkeit?“
Und war mir plötzlich Gesellschaft.
Der Ruf der Möwen will mir etwas mitteilen.
Plötzlich blühen die Blumen viel bunter als zuvor.
Bin ich jemals ein Stadtkind gewesen?
Die Luft ist so arm an Abgasen hier. Ich vermisse nichts.

Bin ich nicht in der Stadt aufgewachsen?
Gewachsen ja, gelebt habe ich jedoch anderswo.
Die Flut droht: „Ich lasse dich ertrinken!“
Während die Stadt im Müll versinkt.
Ein Stöckchen malt Zeichen in den Sand.
Die Graffitis an den Wänden bleiben.

Ich tanze mit dem Wind, und das Meer lacht mir zu.
Ich bin nicht in der Stadt geboren und auch sterbe ich woanders.
Vorher aber werde ich gelebt haben, wie kein Stadtkind jemals gelebt haben wird.
Der Regen ist nicht asozial, er quatscht niemanden dreist an.
Er klopft nur ganz leise an die harte Schale und macht auf Freiheit aufmerksam.
Massage für den weichen Kern im Innern, allzu lange unterdrückt.

Der Wind ruft mir zu: „Lass uns singen!“
Und er trägt den Gesang in die Welt.



Na, was sagt ihr dazu???
Eure Interpretationen würden mich brennend interessieren...
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Beitragvon Agnostiker » 06.03.2006, 08:37

Nun ja, ich hab's nicht so sehr mit Lyrik. Darum werd ich mich auch nicht zu einem konkreten Statement hinreißen lassen. Doch erkenne ich sehr wohl die Aussage, die dahinter steckt.
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
(Dr. Murad Wilfried Hofmann)
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Beitragvon Obi Knobi » 11.03.2006, 23:43

Habe noch eins für euch: Wem ist es in der Schule nicht auch so ergangen??? :lol:

Frühling im Chemieunterricht

Es ist darin im Stinke-Raum
ein schöner Schäfchen-Blüten-Traum.
Ergreife ihn, mach’s dir bequem,
Gedanken fließen zäh wie Lehm.

Des Bleistifts grüner Graseshalm
ist schöner denn Chemiestoffqualm
und Kulis lila Blütentraum
der Tafel Krone grüner Baum
bemalt mit bunter Kreide Frucht,
so träum und lächle, das ist Sucht!

Die Reaktion von Hydroxid
ist, was im Unterricht geschieht.

So träum hinweg in deine Welt,
geh dahin, wo es dir gefällt.
Schreib auf die Frucht des Tafelbaums,
lern das Ergebnis dieses Traums.
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Beitragvon Agnostiker » 11.03.2006, 23:47

Oh Mann, Obi Knobi, betrachte dich als Mitschuld an meinen nächsten Tagebucheintrag. Du hast mich in die Zeit eines Physikexperimentes zurück gebracht, das ich euch keinesfalls vorenthalten will.
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
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Beitragvon Obi Knobi » 16.03.2006, 21:49

Habe nicht nur in Chemie geschrieben...


Französisch???

Keine Lust
alles Frust
will nicht mehr
viel zu schwer
ich denke "non"
und rede von
Französisch

Motivation
gibt es schon
lange nicht mehr
nervt mich sehr
sag nie "oui"
und spreche nie
Französisch

Keine Lust
alles Frust
Vokabeltest
wie die Pest
ich denke "nein"
und lerne kein
Französisch
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Beitragvon Tugendwächter » 17.03.2006, 10:57

looooool
Super, Obi Knobi!!
Diese Aggro-Weichflöten hast du damit schonmal lockerleicht in die Tasche gesteckt!
:thumright:
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Beitragvon Obi Knobi » 20.03.2006, 20:08

Und irgendwann lernte ich andere Sprachen und Länder kennen...


Drei Welten im Traum vereint - trid tiġi miegħi?

Du Welt meiner Träume, inħobbok, love you!
Only theme of my dreams, ich strebe dir zu.
L-isbaħ gżira tad-dinja, ich sehn mich nach dir,
dan xi jfisser? Can’t stay only here.

I’m dreaming my life, ich träum Tag und Nacht,
jiena ferħana, bin nicht aufgewacht!
It would be a problem; es gibt kein Zurück,
denn in meiner Traumwelt fand ich großes Glück.
Tinsewx! Ein Traum, er bewirkt manchmal viel,
it has no beginning, vielleicht doch ein Ziel?

Noħorġu, meta tiġi, komm mit in den Traum!
Selbst die Sprachen verschwimmen, für sie ist kein Raum.
Komm doch mit, you find freedom, il-vjaġġ it-tajjeb.
Grazzi ħafna for dreaming, bin bald wieder weg!


Damit hatte ich sogar mal 'nen kleinen Auftritt in der Schule und in 'ner Bibliothek... Ich merk schon, dass es Spaß macht, hier was zu posten... Auch wenn's vielleicht keinen interessiert...
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Beitragvon Jamo » 21.03.2006, 14:45

doch, ist lustich!
bis auf das ich vom letzten so'n paar Sachen nich verstanden hab...
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Beitragvon Obi Knobi » 21.03.2006, 19:40

Muss man als normaler Bürger Deutschlands, der Schweiz oder Österreich auch nicht verstehen, das ist Maltesisch. Hier mal die Übersetzung:

trid tiġi miegħi = möchtest du mitkommen
inħobbok = ich liebe dich
l-isbaħ gżira tad-dinja = schönste Insel der Welt
dan xi jfisser = was bedeutet das
jiena ferħana = ich bin glücklich
tinsewx = vergesst nicht
noħorġu = gehen wir aus
meta tiġi = wann kommst du
il-vjaġġ it-tajjeb = gute Reise
grazzi ħafna = vielen Dank

Alles klar??? :D
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Beitragvon THAN AEGA » 21.03.2006, 22:44

Das erste spricht mich in tiefster Seele an *oooooch, dahinschmelz und mich daran erinner wie ich in Island mit dem Wind über die Felsen tanze*
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Beitragvon Obi Knobi » 25.03.2006, 12:35

Hier gehts um Malta... wie auch im nächsten:

Malta

Endlose Weiten
Abenteuerland
idyllische Strände
nicht allzu bekannt

Raue Felsen
mit wenig Grün
und doch voller Leben
nicht riesig, doch schön

Die ewige Sehnsucht
sie fesselt mich
an nichts andres denken
ich liebe dich!

Bei dir spielt das Leben
du bist schön und gut
du kannst Liebe geben
und auch neuen Mut

Oh wäre ich dort!
Oh könnte ich sehn
den göttlichen Ort
wohin ich will gehen!

Es entstand im Englisch-Unterricht und in der darauffolgenden Deutsch-Stunde. Ich hatte einfach keine Lust mehr und versuchte, mich woanders hin zu träumen. Hat geklappt.
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Beitragvon Tugendwächter » 29.03.2006, 14:13

So, nun will ich mich auch mal versuchen...
war eigentlich gar nicht so schwer,
außerdem war mir langweilig und ich wollte nicht
zum 53534. Mal meine "Harry S. Morgan"-Filmsammlung anguggen,
ich kenne die Dialoge schon auswendig...



Nachtgelüste

Wenn des Mondes fahles Licht,
seine düst'ren Schatten schlägt,
ist es Freude nicht,
die des Gedankens Kraft bewegt.

Des Gemütes Einklang,
ist gar leidlich gestört,
durch heillose Kräfte,
die nur Sie in Ihm beschwört.

Der keuche Geist,
war, ist und bleibt,
vor Ihr schon fast vereist,
der Einen hilflos einverleibt.

Von seinem Herzen kühn erbeten,
ergriff Sie's, nicht von ungefähr,
um es mit Kälte zu zertreten,
als wenn's rein gar nichts wär'.

Doch der tiefen Wunde Blut,
zwischen Seelentrümmern,
wird durch neu erwachten Mut,
zu Erinnerungen ganz verkümmern.

Denn im Nebel der fließenden Zeit,
erhebt sich, mit neuer Jugend,
lang unterdrückt, dennoch stets bereit,
die so oft bewährte Tugend.

Viel war Traum und wenig wahr,
mehr Spott denn güt'ger Segen,
so thront die Festung wieder starr,
und sieht dem neuen Tag entgegen.


Dialog mit einem Menschen
( was bedeutungsschwangereres ist mir nicht eingefallen ;-) )

Nun willst du wissen wie es steht,
nun gut ich will es wagen,
dir, auch wenn's schwer geht,
die Wahrheit gerade sagen.

Pläne machst du auf Papier,
in die Ferne willst du schweifen,
doch am hellen Blicke fehlt es dir,
um erst das Nahe zu begreifen.

Könnte etwas Mühe bringen,
willst du es nicht sehen,
auch nichts kühn erzwingen,
nur auf alten Pfaden gehen.

Dem leichten Taumel erlegen,
hast du keinen Sinn vollbracht,
nun stehst du ganz verlegen,
allein in trüber Geistesnacht.

Zu Taten bist du nicht bereit,
auch Tugenden lässt du vermissen,
hast du doch auf lange Zeit,
dein Leben einfach weg geschmissen.


Abschied

Dein Abschied ist gekommen,
denn ich ließ dich ziehen,
vom Wandel noch benommen,
muss ich nun in Träume fliehen.

Vom Trübsal nun vergiftet,
nur Bilder sind verblieben,
dem Echten längst entdriftet,
in Phantasien längst aufgerieben.

Den Blättern im Wind zusehen,
das bleibt von meiner Schuld,
doch will ich es verstehen,
allein es fehlt Geduld.

Und wird die Zeit unendlich lang,
dem kleinsten deiner Zeichen,
darum ist mir nicht mehr bang',
wird der dunkle Schwermut weichen.

Dein sanfter Kuss,
er wird's bezwecken,
in vollem Hochgenuss,
entschwund'ne Geister wieder wecken.
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„Mit der Wahl der Geliebten legen wir, ohne es zu wissen, unsere wahrhaftigste Beichte ab.“
– José Ortega y Gasset
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Do-ro'ik vong pratte!!!

Beitragvon Obi Knobi » 30.03.2006, 19:09

Schöööön... so richtig poetisch, unser Tugendwächter...

Übrigens kenn ich die Dialoge in Starwars auswendig... ich kenn dein Problem nur zu gut.

Und hier hatte ich keine Lust mehr auf eine bestimmte Person, die sich gerne angesprochen fühlen darf, sollte sie das hier zufällig lesen... Aber Mord ist ja keine Lösung...

Lavy

Ich wollt’ ich wär’ auf Malta,
doch ich bin nicht da.
Ich wollt’ ich hätte Freizeit,
Freizeit ist nicht wahr.
Die Mutter jobbt nur Teilzeit,
der Vater arbeitslos,
nach Urlaubsgeld will fragen,
im Hals steckt mir ein Kloß.

Ich hab so meine Krisen
und Schule noch dazu,
morgen schreib’ ich Mathe
doch DAS Problem bist du.
Ich seh’ dich jeden Dienstag,
hör’ mir dein Meckern an,
wenn ich dir in die Augen schau
dann weiß ich, du bist dran.

Ich wollt’ ich hätte Ferien,
doch leider ist’s so nicht,
und seh’ ich dich noch, Lavy,
steigt mir Wut ins Gesicht.
Ich schaff’s nicht dich zu töten,
warum versteh’ ich nicht,
wenn ich dich wieder sehe
fühl’ ich mich klein wie’n Wicht.

Es ist schon wieder Dienstag,
ich denke wieder dran,
wie ich bloß die Pistole
in die Halle schmuggeln kann.
Die Sache hat ‘nen Haken,
der regt mich schrecklich auf:
die tödliche Pistole,
sie ist noch nicht gekauft.

Ich weiß ich wird’s nie schaffen,
ich wollt’ ich schafft’ es doch,
denn jeder weit’re Dienstag
ist wie ein schwarzes Loch.
Man fällt hinein und denkt dann,
wie komm’ ich wieder raus?
Das schaffen nur die wenigsten,
für die ander’n ist es aus.

Ich wollt’ ich wär’ auf Malta
doch steck’ im schwarzen Loch.
Ich wollt’ es gar nicht schaffen
und schaffte es dann doch.
nun liegt sie tot im Grab
und keiner weiß wer’s war,
doch leider ist das schwarze Loch
noch tiefer als zuvor.
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Beitragvon Tugendwächter » 31.03.2006, 14:28

Bravo, Bravo das war schön!

Super obi!
Ging mir aber auch so, habe bei den 3 'Gedichten' einfach an bestimmte Personen gedacht und dann lief's wie von selbst.
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Beitragvon Obi Knobi » 01.04.2006, 16:35

Ja, meins entstand im Deutsch-Unterricht... Thema: Soziale Konflikte.
Während die anderen froh waren, wenn sie zwei, drei Zeilen geschafft hatten, schrieb es sich tatsächlich wie von selbst.

Manchmal hilt es auch, ein wenig der Idee von den Ärzten zu klauen (Schlaflied). Das folgende entstand auf der Autobahn, auf dem Weg nach Lübeck (Vereinsfahrt). Wie immer im Verein war ich für alles das Opfer und dementsprechend groß meine Abneigung gewissen Personen gegenüber. Nachts lag ich wach und schrieb mir meinen Ärger von der Seele.

Dana

Die Sonne geht auf,
nimmt ihren Lauf,
des Morgens Rot
und du bist tot...

Er kam in der Nacht,
hat sich ‘nen Spaß gemacht,
lagst hilflos da
weil es die Wahrheit war...
Nur in diesem Sinn
bist du liebenswert,
bleibe wie ich bin,
hab dir dies beschert.

Er kam am Abend
seine Sinne labend,
aus deinem Blut
kocht er einen Sud.
So ergibt es sich,
dass er verstümmelt dich...

Schau nicht auf die Uhr,
du verzögerst nur
den nächsten Morgen,
mach dir keine Sorgen:
Auch ich lag wach,
das Leben ist Krach
so lang du noch lebst,
in jeder Bar einen hebst,
mich schikanierst
und tyrannisierst...

Nur nachts bin ich stark,
steck dich in den Sarg.
Dafür schiebe ich Wache,
das ist meine Rache!
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Beitragvon Obi Knobi » 01.04.2006, 16:36

Ich hatte übrigens noch den Schimmer einer Hoffnung, dass Dana irgendwann mal von Gewissensbissen geplagt werden würde, ich glaube aber mittlerweile, dass sie nicht mal weiß, wie man das Wort "Gewissen" überhaupt schreibt...
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Beitragvon Tugendwächter » 05.04.2006, 13:03

Yoooo, MC Tugi in da house! ;-)
Heute mal mit einem Ausflug in die Welt des Schweifreims, der aber irgendwie total in die Hose ging.
Ich finde das aabccb-Schema ist noch mal ein ganz anderes Kaliber als der simple abab-Kreuzreim von neulich.
Und weil's halt bedeutend anstrengender ist, hab ich gestern auch nicht wirklich was dolles auf die Reihe bekommen, zumal man mehr mit der Form anstatt dem Inhalt beschäftigt ist.
Ich, für meinen Teil, hab damit mein Pulver ziemlich schnell verschossen...
Vor Allem, wie zur Hölle liest und betont man das???
Mal guggn wie's mit dem Paarreim ( aabb ) läuft.




Deine Reise

Wenn dich der Einton treibt,
nur noch müder Alltag bleibt,
willst du in ferne Länder geh'n.
Um die Sinne wohl zu erzieh'n,
musst du in neue Sphären flieh'n,
um etwas neues zu seh'n.

Alle Glieder baumeln lassen,
auf Gipfeln die Gestirne fassen,
genau so wirst du's machen.
Auf Bergeshöhen an lichten Tagen,
am Gipfelkreuz dein Gebet aufsagen,
und packst gleich deine sieben Sachen.

Musst endlose Dünenmeere beschauen,
denn eisige Gedanken sollen tauen,
unter heißer Wüstensonne.
Unaufhaltsam dahin ziehende Eisberge,
des Frosts und Wassers Werke,
fördern in dir manch warme Wonne.

Kehrst zurück in häusliche Gefilde,
mit dem neu erkannten Bilde,
war doch alles Trug und Schein.
Siehst nun Altes im neuen Glanze,
nicht mehr Stücke, nur das Ganze,
um zu sagen: Ja, es ist mein.
^^^^^^^
Viel zu kurz, da müsste man noch einen Vers einsetzen.
Hier sollte vielleicht noch ein Absatz vor den Letzten eingefügt werden,
sonst verkommt die so ersehnte Weltreise zur Seniorenkaffeefahrt.




Übers Meer

Nur wenige können's spalten,
mit seinen Kräften walten,
zu lesen in der Bibel Seiten.
Bei Ebbe lässt's uns gewähren,
doch wird's bald wieder kehren,
im Wandel der Gezeiten.

Es reibt den Stein zu feinem Sande,
labt sich auch am festen Lande,
mit Gischt und tosender Welle.
Doch dient es auch dem Guten,
mit seinen rauhen Fluten,
ist es doch des Lebens Quelle.

So manch tapf'rer Mann wollt' es wagen,
in seinen ungestümen Tagen,
es mit Kühnheit zu erkunden.
Stolze Schiffe sind leicht gesunken,
und brave Männer schnell ertrunken,
nicht viele wurden noch gefunden.

Will man es genau beschauen,
nicht nur flücht'gem Blicke trauen,
sieht man dennoch nur den Spiegel.
Will man seine Tiefen sehen,
muss man doch zu Grunde gehen,
d'rum geschlossen bleibt sein Siegel.
^^^^^^^
Ziemlich hölzern, es liest sich, als wenn man mit Stöckelschuhen durchs Unterholz gejagt wird.
Außerdem fehlte mir hier die totale Peilung was die Versfolge angeht.
Der letzte Absatz ist ja als Abschluß der Metapher ganz gut, aber die Einleitung fehlt irgendwie.
Entweder setzt man einen fünften Vers an den Anfang oder stellt das Ganze bissl um.
So wie's jez ist, hat zumindest jeder Bildausfall im Stummfilmkino 'nen besseren Spannungsbogen.
*DerbstesAugenrollen*



Bleibt nur den bedeutenden deutschen Philosophen Rudi V. zu zitieren:
"Mund abputzen und weiter machen!"
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Beitragvon atrox » 06.04.2006, 00:37

nun gut, wenn ihr hier alle Eure geistigen Ergüsse zum Besten gebt, dann will ich auch mal. Ich habe eine ganze Zeit ziemlich viel geschrieben, wobei ich besonders recht abstrakte Gedicht zu Papier brachte, die wohl nicht so leicht zu verstehen sind teilweise. Bei viele verzichte ich auch auf den Reim. Weil man sie vermutlich eh nicht verstehen würde lass ich sie mal lieber weg ;-)
Dennoch habe ich natürlich auch Reimgedichte verfasst, von denen ich mal eins vorstellen will.

Das folgende ist entstanden, als ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, damals noch ohne Hintergedanken, nur mit der Faszination wie gleich wir ticken.... zum Beispiel was die Oberflächlichkeit unserer damaligen Bekannten anging:

Wir sind keine Wellenreiter

Seelig dümpeln sie dahin
auf klitzerklaren Oberflächen
wahrlich meisterhaft darin
den Gott um seine Welt zu sprechen

Meistens treiben sie im Licht
wo sie sich gegenseitig winken
schaun sich auch dann nicht ins Gesicht
wenn sie wie tote Steine sinken

Doch wir sind keine Wellenreiter
tauchen ein in unsre Seelen
und fühlen uns bestätigt weiter
nicht den leichten Weg zu wählen

mit jeder Perle die wir finden
am düsterhaften Untergrund
wo anderen die Farben schwinden
wird unsre Welt erst richtig bunt

(23.10.2003)
"Nun ist mir ebensogut wie Ihnen bekannt, das der Mensch die Summe seiner Erlebnisse ist. Er ist faktisch das Produkt seiner Vergangenheit." (Amon Hater in "Sternendroge Tyrsoleen")
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Beitragvon Obi Knobi » 06.04.2006, 15:33

Über die Liebe hab ich auch mal geschrieben... es war eine Hausaufgabe. Wir sollten ein Liebesgedicht schreiben, so richtig schnulzig sollte das werden. So von wegen: Mein Angebeteter, was bist du herrlich!
Nein, danke, ohne mich, hab ich mir gedacht und es entstand folgendes. Es hat eigentlich nur die Aussage, dass ich keine Lust hatte, was zu schreiben, aber meine Lehrerin war begeistert, weil sie es sehr tiefsinnig fand.
Kunst ist, Unwissenheit und Unlust geschickt zu verpacken und dafür bewundert zu werden!


Über die Liebe

Über die Liebe dichten,
das kann und will ich nicht.
Die mir so viel zerstörte
verdient die Mühe nicht.

Über die Liebe dichten
versuch ich erst gar nicht.
Will mich in Träume flüchten
und nicht in ein Gedicht.

Über die Liebe schreiben,
was hat’s für einen Sinn?
Wenn andre das dann lesen,
sie denken, dass ich spinn.

Kann nicht in Worte fassen
was mir im Kopf vorgeht,
ich kann nur weiter träumen
was keiner sonst versteht.
Zuletzt geändert von Obi Knobi am 28.05.2006, 16:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Obi Knobi » 15.04.2006, 18:13

Haltlos in der Unendlichkeit

Vom Strand her höre ich Musik
Ich blicke nicht zurück
Worauf auch?
Was ist gewesen?
Außer Sand
auf den man nicht bauen kann

Das Meer ist kalt heute
es zieht mich hinaus
zu den Wolken am Horizont
dieses Sonnentages

Weit hinaus
bis die Musik abebbt
und der Strand nicht mehr zu sehen ist.
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