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Mein liebes Tagebuch...............

Hier gibst nichts zu lachen

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Mein liebes Tagebuch...............

Beitragvon Agnostiker » 26.08.2005, 07:16

Ich hab mich entschlossen hier für mich ein Tagebuch anzulegen. Darin werdet ihr das finden, was ich so über den Tag verteilt erleb hab.

Ein Tag hat 24 Stunden, das ist bekannt. Doch weil Digitaluhren zur Zeit Megaout sind, und ich mich mit analogen Uhren nicht so gut auskenne, kann es manchmal länger dauern bis ich mitbekomm das wieder ein Tag vergangen ist.
Ich könnt euch auch erklären, dass die Zeit, laut Einstein, relativ ist. Was euch also so als ein Tag vorkommt scheint einem anderen vielleicht als ein Jahr.
Will das nur angemerkt haben, damit mir keiner schreiend angelaufen kommt und sich beklagt, dass ich in meinem Tagebuch schon lang nichts mehr vermerkt hab.
Ansonsten dürft ihr euch gerne in mein Tagebuch verewigen und das dokumentieren, was ich erlebte.

euer
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“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
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26.08.2005

Beitragvon Agnostiker » 26.08.2005, 20:26

Mein liebes Tagebuch!

Heute war wieder ein anstrengender Tag. Ich wollte meinem Chef in den Hintern kriechen, darum ging ich auf sein Angebot ein, einen Kaffee in seinem Büro zu trinken und ein wenig mit ihm über Gott und die Welt zu plaudern.

Was soll ich dir sagen. Wie du vielleicht weißt ist ein beliebtes Gespräch unter Männern, solange sie sich alleine wähnen, über Strickmuster, den Unterschied zwischen Apricot und Lachsfarben und über Beziehungen. Beim letzten Thema gehts natürlich wie immer darum, wie schlecht uns doch die Frauen behandeln.

Und weil es vermutlich immer so ist, kommst du bei einem richtigen Männergespräch auch auf das berühmte erste Mal.

Ach hätte ich doch nicht versucht wegen neuer Aufträge meinem Chef in den Hintern zu kriechen. Plötzlich viel mir mein erstes Mal ein. Alles kam wieder hoch, die Gedanken, die ich schon lange in den Tiefen meines Unterbewusstseins begraben glaubte.
Wie du vielleicht noch weißt war das alles ein totales Desaster. Doch von Anfang an.

Es war bei einem Freund zu Hause, mit seiner Susi.
Michael hat mir erlaubt ein wenig an ihr herum zu fummeln. Das ist beileibe nicht selbstverständlich, doch da Michl schon einige hatte, und meine Erfahrungen, nun ja, sehr bescheiden waren, ...... . Du verstehst schon, so unter Freunden.
Ich hab ihm nur versprechen müssen, dass ich mich nicht verliebe und auch niemanden von seiner Erlaubnis, der Susi an die Wäsche zu gehen, erzählen würde.

Oh Mann, wie aufgeregt war ich doch. Meine Hände zitterten, mein Mund war trocken. Ich, der kleine 15 jährige Agnostiker darf mit Susi, die bereits über dementsprechende Erfahrungen verfügt, rummachen. Schon immer hab ich die fraulichen Formen von Susi bewundert. Sie war es, die mir schlaflose Nächte bereitete, die mich des nächtens oftmals ihren Namen stöhnen lassen hat.

Nun stand sie vor mir. Nackt, so wie Gott sie schuf, in ihrer einzigartigen Schönheit. Kurven, genau da wo man sie erwartete.
Meine Hände wurden feucht, die Knie weich.

Nicht dass du jetzt denkst ich hätte was vergessen. Meine Mutter und auch der Michl haben mit eingebläut: "Niemals ohne Schutzhütchen."

Mit meinen zittrigen Händen schaffte ich es beinahe nicht das Hütchen über zu ziehen.
Doch Susi lachte nicht. Sie verstand mich.
Worte wie Vorspiel kannst du mit 15 knicken, aber auch das verstand Susi.
Langsam näherte ich mich ihr, mein Herz raste, und doch versuchte ich so cool wie nur irgend möglich zu wirken.
"Lass dir deine Angst nicht anmerken", dachte ich bei mir.

Instinktiv wusste ich, als ich auf der Susi war, was nun zu tun ist. Mit zittrigen Händen versuchte ich das Ding rein zu stecken.
Langsam dachte ich bei mir, nichts überstürzen.
Jetzt war er drin, welch ein erhebendes Gefühl.
Meine Hände wanderten zu Susis, nun lass es mich so ausdrücken, hervorstechendsten Attributen. Mit meinen zittrigen Fingern berührte ich ihren Nippel.
Das schien ihr zu gefallen, denn plötzlich merkte ich, wie Susi zu beben begann.
Langsam steigerte sich mein Selbstbesusstsein ins Unermessliche.

Das ist es, das Gefühl von dem alle sprechen.

Und doch, in meinem jugendlichen Leichtsinn, hab ich etwas falsch gemacht. Denn plötzlich stieß mich Susi von sich und lief weg.
Ich fiel, und kam auf dem harten Boden der Realität zurück. Schmerzen durchzuckten meinen Körper als ich mit Rücken und Kopf aufschlug.

Ich schien Susi sehr weh getan zu haben, denn als sie mich weggestoßen hat, fiel auch sie.

Ich schrie sie an. "Was hab ich falsch gemacht, was???!!!"

"Du bist ein Trottel", sagte Michl, der hinter mir stand.
"Du hast einfach die Kupplung zu schnell kommen lassen. Ich habs dir doch gesagt. Erster Gang, ein wenig Gas und die Kupplung nur langsam kommen lassen."


Du siehst also, mein liebes Tagebuch. Das erste Mal mit meines Freundes Suzuki war nicht so besonders berauschend. Glücklicherweise war ich mit einem Helm geschützt.
Und das alles rief mir das Kaffeetrinken mit meinem Chef wieder ins Gedächnis.

Mal sehen, ob es morgen besser wird.
Dein Freund
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Beitragvon amara » 26.08.2005, 20:59

ich kringel mich vor lachen, das ist saugut, nur weiter so
Die GRÜNEN tragen Sandalen, um nach allen Seiten offen zu sein.
Die SPD trägt geschlossene Schuhe, damit niemand ihnen was in die Schuhe schieben kann.
Und die CDU trägt die Absätze vorne, damit sie merkt, dass es aufwärts geht.
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Beitragvon rübennase » 26.08.2005, 21:47

Hahaha. :rofl2:

Ja beim ersten mal muß man schon viel Gefühl mitbringen, damit es auf
anhieb gelingt. Gut das Du Dein Schutzhütchen aufhattest sonst hätte das erste auch das letzte Mal sein
können.

Also nie niemals ohne Schutzhütchen. ;-)
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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Beitragvon sara » 27.08.2005, 00:28

ich hoffe da kommen noch mehr solcher einträge.








liebe grüße sara :demon:
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Beitragvon sugar » 27.08.2005, 01:55

ach du meine güte!!!

einfach köstlich!! :lol:
oh la la
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Beitragvon Dosenfutter » 29.08.2005, 09:23

was für eine Susi war das denn? Ne italienische? Und ist Michl noch mit seiner Susi im Gang?
... und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
meine Seele - nimmermehr.
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Beitragvon Miona » 29.08.2005, 09:45

also meine Susi war das nicht, die war schwarz und amerikanisch,
eine Pudeldame mit pinkfarben lackierten Nägeln

:wink:
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Beitragvon Agnostiker » 29.08.2005, 19:56

@Dosenfutter: Seit wann sind Suzukis Italiener? Ne, die Susi gibts nicht mehr. Es war ein altes Teil, und bei ihrer letzten Ausfahrt machte sie ihrem Namen echt Ehre. Sie fuhr wie ein heißes Messer durch die Butter, nachdem Michael unvorschriftsmäßig von ihr abgestiegen ist. Das Kantana hat eine scharfe Schneide, aber nach der Leitplanke blieben einige Kerben, die selbst durch eine Herztransplantation nicht mehr zu richten waren. Am besten man hätte einen neuen Motor in einen neuen Rahmen eingebaut. Dazu hätte noch eine neue Schwinge und eine neue Gabel benötigt werden müssen, nebst einigen Kleinmaterials wie Felgen, Bremsanlage, Verkleidung, Tank, Antriebssatz, Amaturen und Lenker. Dann wär die Susi fast wieder wie neu gewesen.
Warum Michl das nicht investiert hat?
Keine Ahnung.

@Miona: Auf einem Pudel hatte ich noch keine Ausfahrt. Obschon, der niedrige Schwerpunkt, gepaart mit den kurzen Überhängen? Das Ding muss in der Kurve "gehen" wie Schmidt's Katze auf Koks.
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30.08.2005

Beitragvon Agnostiker » 30.08.2005, 11:00

Liebes Tagebuch


Gestern kam mein Bruder zu mir auf Besuch.
Solche Besuche neigen immer etwas zu diversen verbalen Ausuferungen. Und davon, also von dem gestrigen Gespräch, will ich dir heute Bericht erstatten.

Unsere Diskussionen beginnen oftmals mehr als harmlos. So auch gestern, als mein Bruder bei einer Tasse Kaffee auf der Terasse die Vielfalt und das Leben an sich der Sonne in die Schuhe schob.

Die Bäume, die Wiese, die Pflanzen, alles, alles ist auf die Sonne zurück zu führen.
Unumwunden pflichtete ich ihm bei, doch nicht ohne ihn auch auf eine besondere Art hinzuweisen, die wir in unserer menschlichen Arroganz nur zu gern vergessen.

Pflastersteine, sie sind es doch, über die wir tagtäglich ohne Beachtung drübersteigen.
Pflastersteine bewahren uns vor einem schmerzhaften Tod auf diversen Kühlergrillen von Autos.
Sie stemmen sich mit ihrer ganzen Kraft gegen die wütend anstürmende Blechlawine, grenzen unser Gebiet vor ihr ab. Auch verdammen sie die Menschen nicht, die des Nächtens auf ihnen liegen um ihren Rausch auszuschlafen. Sie sind gütig, ihre Geduld ist schon fast wie.... na wie in Stein gehauen.

Und da fing sie an, die philosophische Diskussion rund um die Pflastersteine.
Seit Jahrmillionen, schon viel länger als der Mensch auf der Erde wandelt, gibt es die kleinen Lebensretter schon. Sie sind ein Meister der Tarnung, verstecken sich in Granitblöcken zu Hauf, dass wir ihre tatsächliche Zahl nur erahnen können.
Nie bitten sie um was, nie klagen sie. Doch das hätte auch keinen Sinn. Denn der Mensch in seiner Intoleranz beachtet die kleinen Helfer ja nicht einmal. Wer von euch hat sich schon einmal die Zeit genommen um sich auf die Höhe eines Pflastersteins zu begeben und einige nette Worte mit ihm zu wechseln?
Wer kennt die Fährnisse, die ein solch junger Stein zu überwinden hat?

Natürlich gibt es Menschen, die völlig anders an einen Pflasterstein herangehen. Ein Beispiel mag hier Michelagniolo di Ludovico di Lionardo di
Buonarroti Simoni sein. Seine unvergessenen Worte waren doch, als einer seiner Zeitgenossen die Herrlichkeit seines geschaffenen Pflastersteins erkannte: "Der Pflasterstein war schon immer da. Ich hab ihn nur von dem ihm umgebenen Gestein befreit, ihn aus seinem Verstecke gelockt."

Die wahren Worte eines Erleuchteten.

Und auch wenig bekanntere Bücher von diversen Naturwissenschaftler geschrieben, mit dem Thema, Die Einwirkungen der Sonnenstrahlen auf die Sexualität der Pflastersteine, geben uns einen, zugegeben kleinen Einblick auf die Welt eines Pflastersteins.

Wir, also mein Bruder und ich, beschlossen dies zu ändern. In unserer Nähe wurde eine Strasse neu gepflastert, und natürlich befand sich dort auch ein großer Haufen von Pflastersteinen.
Mein Bruder und ich gingen also zu den Bauarbeitern und verlangten, dass sie gefälligst die Pflastersteine in die Freiheit entlassen sollen.
Zuerst ernteten wir auch deren Aufmerksamkeit.
Die Strassenarbeiter schauten uns ziemlich verwundert (um nicht zu sagen blöd) an, nur um danach folgende Worte an uns zu richten
"Schleichts eich ihr Deppaten. Wir miassn do Orbeitn und haum ka Zeit dass ma si mit eich Trottln o´gebn."

Da war sie wieder, die Intoleranz. Doch eines, liebes Tagebuch, kann ich dir versprechen. Mein Bruder und ich werden weiterkämpfen, auf dass eines Tages alle Pflastersteine vom Joch des Menschen befreit werden mögen.

Und nun muss ich meine Tabletten nehmen.

Bis bald mal wieder, dein Freund
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Beitragvon amara » 30.08.2005, 13:28

und nachher kommen die Gartenzwerge darn Gell??? :lol:
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Und die CDU trägt die Absätze vorne, damit sie merkt, dass es aufwärts geht.
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Beitragvon kisslab » 30.08.2005, 16:35

llllllllllllllloooooooooooooooooooooooolllllllllllllllllllllllllllllll
rrrrrrrrooooooooooooottttttttttttfffffffffffffffflllllllllllllllllllll

Auch hier auf GC ist diese Ignoranz zu beobachten - ja hier ist es manchmal sogar noch viel viel schlimmer!
Hier werden die armen Steine sogar schon durch schnöde Betonimitate ersetzt.. sieht aus wie 3*3m Pflastersteine .. ist aber nur Beton - immerhin schämt der Beton sich dafür - er ist schon ganz rot.
Spass muss sein!
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Beitragvon sara » 30.08.2005, 20:01

Die Welt ist so Groß. Ich versuche das wichtigste im Auge zu behalten
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02.09.2005

Beitragvon Agnostiker » 02.09.2005, 13:14

Mein liebes Tagebuch.......

Gestern wurde mir eine große Ehre zuteil. Ich durfte über ein Fussballspiel berichten, welches offensichtlich so wichtig war, dass dafür ein Bericht über den letzten Preiselbeerwilderer vom Schwarzwald weichen musst.

Obgleich mein Chef wusste, dass ich vom Fussball genau so viel Ahnung habe wie eine Kuh vom fliegen, versuchte er mich mit den Worten: "Wie schwer kann das schon sein, stell dich nicht so an, das schaffst du schon. Und nun beieil dich du Depp, die fangen in einer halben Stunde an." aufzuheitern.

Also ich ins Auto, schnell zum Fussballplatz um noch einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern. Dort angekommen bemerkte ich jedoch, dass am Fussballplatz zwar alle rumgrölen wie bei einem Freiluftkonzert der Kelly Familie (zumindest waren dort alle betrunken, und anders ist auch die Musik der Kelly's nicht zu ertragen) jedoch befinden sich die besten Plätze nicht in der ersten Reihe. (Auch so wie bei einem Konzert der Kelly's. Dort sind auch die besten Plätze irgendwo an der anderen Seite der Erdkugel.)

Endlich fing das große Spiel an. Meine Mitzuschauer grölten, als die Gladiatoren auf das Spielfeld kamen. Doch leider fand ich bei den Spielern keinerlei Waffen, noch sonstwie Gegenstände, welche die Worte zweier Zuschauer hinter mir untermauerten, die da lauteten: "Des gibt heit a Schlocht. De wern ma vom Plotz schiassn wia Rotzbuam."
Wie wollten wir das machen? Mit dem mickrigen Ball? Oder werden die schweren Waffen erst nach und nach auf das Spielfeld gebracht? Wer sind "Wir" überhaupt? Und vor allem, wer sind "Die"?
Und der schwarze Herr da in der Mitte der Krieger? Ist das der örtliche Bestattungsunternehmer, der die vom Platz geschossenen gleich an Ort und Stelle der geweihten Erde des Fussbalplatzes übergeben soll?

Fragen über Fragen. Mal sehen, ob ich noch begreife was die Herren da machen.
Die verfeindeten Krieger begaben sich wie auf ein geheimes Kommando auf vorherbestimmte Plätze. Nur zwei der Kämpfer, vermutlich die Generäle stellten sich links und rechts des Bestattungsunternehmers auf. Leider verstand ich die Worte nicht, welche die Herren wechselten. Doch ich vermute mal, dass es sich um diverse verbale Beleidigungen und die offizielle Kriegserklärung handelte.

Dann ging es los. Der Totengräber verkündete den Beginn der Kampfhandlungen mittels einer Trillerpfeife. Und schon stürmten die Protagonisten aufeinander los.
Doch halt, was war das? Keiner schlug auf den Feind ein. Das ganze schien sich nur um einen kleinen Ball du drehen. Alle wollten diesen haben. Ich verstand die Welt nicht mehr.
So viel Aufhebens nur um einen billigen Ball, der in jedem Kaufhaus für 9 Euro 90 zu erstehen war?
Nun endlich hatte ihn einer der Krieger in seinen Besitz gebracht. Doch was glaubst du machte er damit?
Ein vernünftiger Mensch hätte sich wohl mit dem Bällchen schnellstmöglich aus dem Staub gemacht, den Ball auf ebay versteigert und den Gewinn unter den Mitkriegern aufgeteilt. Nicht so der Kämpfer.
Er trat ihn einfach so weit als nur irgend möglich von sich weg.
Schön langsam verstand ich, worauf es hierbei ankommt.
Wäre es ein normaler Streit wegen des Ballbesitzes gewesen, wie leicht hätte man doch den Streit beilegen können. Nur ein kurzer Abstecher zum nächsten Kaufhaus, für jeden der Streithanseln einen eigenen Ball besorgt, und alle wären zufrieden gewesen.

Nein, bei Fussball ging es eben gerade darum, diesen Ball nicht zu bekommen. Das würde auch das hektische Ausweichen des Bestattungsunternehmers vor dem runden Ding erklären.
Der Ball scheint so etwas wie der "schwarze Peter" zu sein. Nebenbei bemerkt ekelten sich die Krieger auch noch davor. Keiner wollte den Ball mit den Händen angreifen, alle traten nur auf ihn ein.
Doch ich will nicht lügen. Es gab jemanden, der die Kugel dann doch mit den Händen berührte.
Dieser Mann, er stand vor einerm großen Fischernetz, war der einzige, der das machte. Dafür wurde ihm von seinen Kriegern anerkennend auf die Schulter geklopft.

So ging es eine Zeit lang hin und her. Plötzlich erreichte einer der Männer, die den Ball mit den Händen berührte, die Kugel nicht mehr, und dieser landete in dem großen Fischernetz.
Wie auf ein Kommando schrie die eine Hälfte der Kämpfer (aus Schmerz oder aus Freude war nicht auszumachen), und auch die Zuschauer, dass ich fürchtete einen Gehörsturz zu erleiden.

Und dann war es auch schon vorbei. Der Totengräber pfiff in sein Pfeifchen, und der Krieg schien vorbei zu sein. Als ich mich jedoch aufmachte um den Fussballplatz zu verlassen, sah ich, dass die anderen Zuschauer dies nicht zu tun gedachten.
Kam da noch was?
Wurde jetzt die feierliche Bestattung der Gefallenen begangen?
Ich beschloss zu warten.

War das jetzt der zweite Krieg? Nein, denn so manchen der Gladiatoren hatte ich wieder erkannt. Diesmal gab es jedoch keine offizielle Kriegserklärung. Die Gladiatoren gingen still zu ihren Plätzen und der Schwarze Mann verkündete das neu aufflammen der Kampfhandlungen. Alles war genau so wie zuvor.
Sie traten den Ball mit Füssen, die Herren vor den Fischernetzen nahmen ab und an den Ball in die Hand. Nicht hatte sich geändert.

Und dann passierte es wieder. Der Ball landete im selben Fischernetz wie zuvor. Um nicht als Spielverderber zu gelten sprang ich sofort auf um laut zu schreien und zu grölen. Das war aber dann nicht so gut. Denn die anderen Zuschauer um mich herum bedachten mich allesamt mit bösen Blicken.
Schön langsam bekam ich Angst. Hatte ich dann doch was nicht verstanden?

Um mich nicht noch weiterm Zorn auszusetzen beschloss ich zu diesem Zeitpunkt den Fussballplatz zu verlassen.

Ausserdem erwartete mein Chef den Bericht.

Dieser dürfte jedoch nicht zu seiner Zufriedenheit verfasst gewesen sein. Seine Worte: "Ist das dein Ernst?", legten diese Vermutung nahe.
Leider wurde mein Bericht dann doch nicht gedruckt.
Stattdessen erschien doch der Artikel über den letzten Preiselbeerwilderer vom Schwarzwald.

Das "Warum" hab ich aber nicht verstanden.

Dein verwirrter
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Beitragvon rübennase » 02.09.2005, 13:58

Ja wo laufen sie denn? Echt geil Ago. :bananarock:
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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Beitragvon amara » 02.09.2005, 14:01

versteh ich auch nicht, warum man nicht jedemm einen Ball geben kann, diese ewige
rumstreiterei, gehjt mir auf die nerven.. :evil:
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Beitragvon sara » 03.09.2005, 00:13

tja das ist fussball ein verwirrendes spiel. du hast völlig recht. mann kan doch einfach sich noch ein paar bälle kaufen. immer diese streitereien heutzutage.




liebe grüße sara :demon:
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Beitragvon LostTime » 03.09.2005, 10:56

Ago, du bist sowas von einzigartig!
:lol:
Ich bin für das verantwortlich, was ich sage, nicht für das, was andere verstehen!
"Fehlt da nicht irgendwo 'n 'Captain'?"

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Beitragvon kisslab » 04.09.2005, 00:52

Ago, du bist sowas von einzigartig!


Hmm.. einzig stimmt.. aber artig... naja... 8)
Spass muss sein!
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16.09.

Beitragvon Agnostiker » 18.09.2005, 18:04

Mein liebes Tagebuch!

Heute hatte ich einen Termin zu einer Magnetresonanzuntersuchung meines rechten Knies.

Um 17 Uhr sollte ich zu der Untersuchung erscheinen. Also hatte ich am Nachmittag endlich einmal die Muße, mich um meine waidwunde Supermotard zu kümmern.
Du wirst verstehen, hierbei wollte ich nicht gestört werden. Darum hab ich kurzerhand mein Handy im Wohnzimmer gelassen. Wohl auch, weil ich in der Garage keinen Empfang habe.
Nachdem die ganzen Verschleißteile wie Verkleidung vom Krad montiert war, gelüstete es mich nach einem Kaffee. Dieser war aber in meiner Garage nicht zu bekommen, also zurück ins Haus um das braune Gesöff zuzubereiten.
(Gedankliche Notiz machen. Kaffeemaschine in Garage montieren.)
Wie zischend und brodelnd der Bohnensaft durch die Maschine lief, fiel mein Blick auch auf mein Handy.
17 Anrufe in Abwesenheit. Was? Ich war doch nur knapp ne halbe Stunde in der Garage. Wer rief mich in 30 Minuten 17 Mal an?
"Unbekannter Anrufer", Scherzkeksi, wen sollte ich also zurückrufen?
Du musst dir das mal auf der Zunge zergehen lassen. Mich ruft jemand, der unerkannt bleiben will, 17 Mal an, schafft es nicht auch nur eine Nachricht auf der Mailbox zu lassen.
Wie blöd können manche Menschen sein. (Diese Antwort klärte sich im laufe des Tages noch.)

"Ring Ring", das Handy klingelte wieder. Jetzt war ich gespannt.

Die Sekretärin des Radiologen war dran.
Erste Frage: "Herr Agnostiker, wo waren sie denn jetzt?"
Antwort: "Ich war beim Stepptanzen. Musste Michael Flatley vertreten, der hatte heute keine Zeit. Was geht sie das eigentlich an?"
Zweite Frage: "Ich rufe an, weil ich fragen wollte ob sie den Termin für ihre Knie MR................ Stepptanzen? Geht das überhaupt mit ihrem Knie."
Antwort: "Jaja, muss nur bei den Rückwärtssalti aufpassen. (Glaubte die das echt?) Worum geht es überhaupt?
Dritte Frage: "Könnten sie ihren Termin etwas vorverlegen?"
Antwort: "Auf wieviel Uhr?"
Vierte Frage: "15 Uhr 30, ginge das?"
Antwort: "Ja, bin schon auf dem Weg."

Also schnell Blaumann ausgezogen, unter die Dusche, Kasten nach frischer Kleidung geplündert und rein ins Auto.

Um 15 Uhr 28 war ich im Wartezimmer. Gerade noch so geschafft.
Doch was musste ich da vernehmen?

"Ach, es hat sich schon wieder relativiert. Der Termin um 15 Uhr 30 ist doch noch gekommen. Sie müssen eben noch ein wenig warten."

"Entschuldigen sie", herrschte ich die BLONDE Sekretärin an, "sie riefen mich insgesamt 18 Mal an um meinen Termin vorzuverlegen und schaffen es nicht mich ein einziges Mal zu benachrichtigen, wenn ich doch später kommen soll?"

Also wieder warten. Um 16 Uhr 15 kam ich dann dran. Ich musste mich bis auf die Unterhose ausziehen, mich auf einen Seziertisch legen und wurde dann ich eine große weiße Röhre gefahren.
Die Sekretärin drückte mir noch einen kleinen Luftballon in die Hand, für den Notfall wie sie sagte, setzte mir noch Kopfhöhrer auf, weil es ziemlich laut sein soll.

Dann war ich allein. Hier liegt man aber auch unbequem. Also mal ein wenig angenehmer hingelegt.
Und schon wieder ging die Tür auf. Die blonde Sekretärin kam zurück: "Sie dürfen sich nicht bewegen. Sonst sehen wir auf den Bildern nichts."

"Na das müssen sie mir aber auch sagen, Hellseher bin ich noch keiner."

Ich darf mich also eine halbe Stunde nicht bewegen. Na wenn das mal gut geht. Im Hintergrund stampfte das Röhrchen wie ein alter Schiffsdiesel. Ich war gespannt, auf was ich mich da gefasst machen kann.

Erstmal die Röhre genau begutachtet. Was steht da auf der Maschine, "Symphonie"?
Plötzlich begann diese "Symphonie". Das war wohl eher eine Kakophonie. Es krachte und schepperte, dass die Analogie zum alten Schiffsdiesel gar nicht so weit hergeholt schien.
Schnell den Notfallballon gedrückt, das krachen hörte auf, die Tür ging und die nette, immer noch blonde Sekretärin kam herein. Sie wollte wissen was los ist.
"Was los ist? Ihr Röhrchen scheint einen Defekt zu haben. Das Ding pfeift aus dem letzten Loch."
"Das ist schon ganz OK so. Das ist immer so. Drücken sie den Ballon bitte nur, wenn sie Platzangst oder dergleichen bekommen."

Die junge Dame verließ mich wieder, das Krachen kehrte dafür zurück. Ich lag da also. Halbnackt, wie Bruno Banani meine Unterwäsche schuf. Es wurde immer lauter. Mann ist mir fad. Nichts bewegen, der Lärm dazu, schon komisch welche Gedanken einem da durch den Kopf gehen.

Ob das Blondinchen durch den Lärm überhaupt hört, wenn ich einen Notfall habe?

Man weiß nie, was man nicht zuvor selbst versucht hat.
Also noch einmal, Notfallballon gedrückt.
Wie auf ein geheimes Signal hörte der Lärm wieder auf, die Tür ging und ich wurde angeherrscht: "Was ist jetzt schon wieder?!?"

Es scheint, als ob ich es wieder einmal geschafft habe. Die Rache für die 18 Anrufe zum Terminvorzug, und die eine, fehlende, ist mein.
Da kann man aber noch das Sahnehäubchen drauflegen.

"ÄHHH, mir ist fad. Vielleicht könnten sie mir eine Zeitschrift oder was ähnliches bringen?"

"Wie wollen sie die da drin überhaupt lesen? Wenn sie mich lange nerven, dann schnall ich sie auf dem Bett fest."

HÄHÄHÄHÄHÄ, der Sieg ist mein.

Bis zum Ende der MR kam sie noch zwei Mal zu mir rein. Mittlerweile war sie schon richtig sauer. Aber was solls, mir machte es Spass.

Als wir dann die Untersuchung doch noch hinter uns gebracht haben, fragte sie mich, ob ich immer so anstrengend bin.

"Nein, nur wenn ich mich für was revanchieren will. So wie für ihren Anruf zum Beispiel."

Die junge Dame wurde rot, fing zu zittern an und riss die Augen richtig weit auf. Ich sag dir was mein liebes Tagebuch, so ein Sieg hat etwas mystisches.
"Die Bilder senden sie mir bitte an die Uniklinik Graz, danke, und auf Wiedersehen."
Und raus war ich. Nicht ohne mein hinterhältiges Grinsen bis daheim aufgesetzt zu lassen.
Zuhause kam ich dann dahinter, dass ich vergessen hab die Kaffeemaschine auszustellen.
Kaffeekanne put, Kaffee in der Küche verteilt,

Ich denke, ich muss noch mal zur MR Untersuchung. Auch die Kaffeemaschine bedeutet einen Rachefeldzug.

Mal sehen.
Zuletzt geändert von Agnostiker am 19.09.2005, 06:37, insgesamt 1-mal geändert.
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
(Dr. Murad Wilfried Hofmann)
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