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Hunde-Drama von Liebenwalde

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Beitragvon Moby´s Dick » 02.06.2006, 09:13

Spektakulärer Einsatz für die AKTE-Reporter: Gemeinsam mit
Hundefängern, Polizei und Feuerwehr machen sie sich im Morgengrauen
auf den Weg nach Liebenwalde. Das Ziel: der Hof von Gisela V., die
hier mit einem Riesenrudel aus Husky- und Schäferhundmischlingen
lebt. Das Gelände soll zwangsgeräumt werden.

Was zunächst wie ein Routine-Auftrag aussieht, erweist sich als
Albtraum. Knapp 250 verwahrloste Vierbeiner streunen über das
heruntergekommene Gelände. Die Hundehalterin ist völlig überfordert.
Mehr noch: Überall auf dem Hof finden sich Tierkadaver, Skelette,
kranke Tiere. Die Helfer stapfen durch einen Matsch aus Hundekot und
Fellresten, holen aus Erdhöhlen diverse Hunde und Welpen. Auch
zahlreiche verletzte und abgemagerte Pferde konnten vor dem sicheren
Tod bewahrt werden. Gisela V. selbst steht unter Schock: Die
Amtsärztin und eine Sozialarbeiterin bringen sie zum Rettungswagen.
Immer wieder droht sie sich umzubringen, wenn man ihr die Hunde
nähme. Symptome für eine Krankheit, deren Namen kaum einer kennt:
Animal Hoarding - wenn Menschen zwanghaft Tiere sammeln..


http://www.prosiebensat1.de/pressezentr ... /30/22111/



Hat jemand gestern Abend auch diese Akte-Reportage gesehen??? Bin echt schockiert, was zum einen Menschen machen, aber auch zum anderen die "Ämter" dulden.. Einfach nur grausam!!!
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Beitragvon LostTime » 02.06.2006, 11:53

Ich habs gestern im TV gesehen.. schrecklich :cry:
Ich bin für das verantwortlich, was ich sage, nicht für das, was andere verstehen!
"Fehlt da nicht irgendwo 'n 'Captain'?"

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Beitragvon evalina » 02.06.2006, 12:29

jaja, ist schlimm. aber weitaus schlimmer ist, dass immer wieder kinder verhungern oder zu tode geprügelt werden, obwohl die behörden über die zustände bescheid wissen. sorry, aber darüber kann ich mich viel eher aufregen.
natürlich ist das sehr tragisch für die tiere, ohne zweifel. nur: wundern darf das keinen, wegschauen ist immer bequemer als handeln.
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Beitragvon Moby´s Dick » 02.06.2006, 13:09

Klar, mit den Kindern ist auch super übel. Vor allem die Dame, die jetzt erst vor Gericht stand.

Aber das finde ich gerade immer so kontrovers. Wenn es um Menschen geht, ist alles immer viel dramatischer und schlimmer. Ich mache nicht viele unterschiede zu Mensch und Tier! Auf jeden Fall nicht wenn es um sowas geht...

Aber das wäre eine andere Diskussion :shock:

Was ich bei den Tieren nur so krass finde, ist das es den Ämtern bekannt war. Nicht nur ein wenig oder vermutend, sondern sie wussten komplett von der Sache... Es gab ja auch permanent Anzeigen wegen Ruhestörung. Das der Fall solche Ausmaße angenommen hatte ist doch alleine auf nicht Beachtung zurück zu führen. Das Amt hat wenigstens auch Fehler eingeräumt.
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Beitragvon Hexi » 02.06.2006, 16:04

ich habs vorhin bei sam gesehen... grauenhaft... ich war echt sprachlos und kurz vorm heulen... wie kann man den hunden bzw allgemein tieren so etwas antun? ich verstehs nicht...
---> Ich bin ein verrückt-verpeiltes Zebra-Murmeltier! *hehe* <---
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Beitragvon atrox » 03.06.2006, 02:39

hallo zusammen!

Ich habe von der Geschichte nichts mitbekommen, außer wie hier, dass es in Foren zur Sprache kommt.


Wollte mich nur kurz dazu äußern:

Moby's Dick hat geschrieben:Was ich bei den Tieren nur so krass finde, ist das es den Ämtern bekannt war. Nicht nur ein wenig oder vermutend, sondern sie wussten komplett von der Sache.... Das der Fall solche Ausmaße angenommen hatte ist doch alleine auf nicht Beachtung zurück zu führen. .


Das ist leider kein Einzelfall. Als ich zum Beispiel so um Weihnachten rum mal wieder bei meinen Eltern zu Besuch war, konnte ich den neusten Streich einer unserer Nachbarn gar nicht fassen. Die hatten sich was Tiere angeht noch nie mit Ruhm bekleckert, aber das war jetzt echt zuviel. Da steht nun eine hübsche Voliere von 2x2xm² Grundfläche und noch mal ungefähr 2 m Höhe. Darin saßen 2 Goldfasan, 2 Ohrfasane und noch ein paar kleinere Vögel (Wachteln und Ziertauben). Nun ist mir zufällig bekannt, dass für eine artgerechte Haltung allein schon ein Pärchen Ohrfasane eine Mindestgehegefläche von 35m² benötigt (viele Geflügelhalter sehen das schon als zu kanpp bemessen) - ohne weitere Gäste. Aber auch für einen absoluten Laien wäre dieses Artengemisch in der Voliere wie pure Tierquälerei vorgekommen.
Also rief ich das Veterenäramt an.
Ich: Hi! Ich möchte eien Tierhaltung bei meinen Nachbarn melden Straße blabla, Name blaba und Haltung geschildert...
Vet: Oh, ach die, ja die kennen wir schon, hatten schon mehrere Anrufe und waren schon 2 mal da, alles ok!
Ich: Wie alles ok?
Vet: Ja, die haben unter ihrer Treppe noch ausgebaut und das ist auch Volierenfläche und sehr schön mit ein paar Wachteln drin. Alles super! Vielleicht sollten sie erst mal die Leute fragen anstatt immer gleich beim Veterenäramt anzurufen und Leute anzuschwärzen!
Ich (kenne den Raum unter der Treppe, maximal 5m² zusätzlich und ich kenne die Leute - reden ist fürn Arsch *tschuldigung*): Wie ein paar Wachteln?! Da sind auch Tauben und zwei Goldfasane und Ohrfasane drin wie ich schon sagte!
Vet: Nein, da waren nur Wachteln.
Ich: Ja, jetzt sind aber eindeutig Fasane drin!
Vet: Also hören sie mal, wir waren 2 Mal da, es war alles in Ordnung und wir gehen jetzt nicht noch ein drittes mal hin!
Ich: Na herzlichen Dank und schlafen sie gut heute Nacht!
>>Gespräch beendet<<

Mich hat diese Gespräch ziemlich rasend gemacht. Als ich wieder hier in der Station war, habe ich Rat bei unserem Chef gesucht der mir ein bisschen Gesetzesliteratur gab. Leider sind Fasanenvögel nicht gesetzlich in Mindestansprüchen für die Haltung festgehalten, lediglich Enten un Gänse. Das heißt das Vet-Amt hat keine eindeutige gesetzliche Grundlage, und somit kann ich sie leider auch nicht darauf hinweisen. dummerweise kann man da gar nichts tun, wenn sich das Amt quer stellt.

Warum stellen sich Ämter quer? Da gibt es viele Gründe. Zum einen ist wie gesagt die gesetzliche Grundlage nicht immer eindeutig. Handeln die Ämter trotzdem gibt es Gerichtsverfahren, die im Falle dass der Tierbesitzer gewinnt der Staat tragen muss. Hinzu kommen Unterkunftskosten und Schadensersatz wenn das Tier in deren Obhut stirbt. Außerdem muss erst mal eine Unterkunft gefunden werden. Bei Exoten oder großen Tierzahlen (wie in diesem Fall mit den Hunden) ist das mehr als schwierig. Dann wird versucht die Angelegenheit zu regeln, wärend die Tiere noch bei ihrem Besitzer bleiben. Man versucht dann mit Bußen und Auflagen der Lage Herr zu werden. Leute die beim Veterenäramt, beim Zoll oder der Polizei arbeiten und zu aufmerksam und fleißig sind in dieser Hinsicht können schnell ihren Job verlieren. Denn wenn die Kosten für den Staat zu hoch werden lässt der das nicht lange mit sich machen wie man sich vorstellen kann. Also greift man oft erst wirklich durch, wenn die Lage mehr als eindeutig ist und keine Kosten für den Staat zu erwarten sind. Deswegen wird oft zu lange gezögert... das ganze tierschutzsystem bedarf dringend einer Überarbeitung. gerade auch beim Zoll werden viele Tiere durchgewinkt, die man eigentlich einkassieren müsste. Nur wohin mit Dutzenden und Hunderten von Schlangen, Echsen oder Papageien und welcher Zöllner kann schon eine streng geschützte Amazone von einer anderen zuverlässig unterschieden?

Es ist traurig...auch sowas bekommt man hier vile mit

lieben gruß
aj
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Beitragvon evalina » 03.06.2006, 08:37

hier in der nähe war vor ca. 8 jahren mal ein fall mit einem husyk-"züchter", der mit den hunden auch rennen fuhr. die tiere waren auf engem raum untergebracht, zwar hatte jeder seine hütte, jedoch hatten sie wohl zu wenig arbeit bzw. der halter hat sie zu wenig bewegt - sie bellten tag und nacht. genährt waren sie gut, aber sie hatten viel zu wenig platz. es gab etliche anzeigen und zig versuche, den halter zu einer reduktion des rudels zu bewegen, nichts fruchtete. der halter ist sehr aggressiv, renitent und setzt sich generell gern über alle gesetze hinweg (der ist mir mal in einer fussgängerunterführung mit dem rad fast in den kinderwagen rein gerast - wie ich dann geschimpft hab, hat der mich um ein haar verprügelt). nun, eines tages kam die polizei, nahm ihm sämtliche hunde weg und hat auch so ziemlich alle gut platzieren können. nur: die tiere sind kastriert worden.
der halter hat prozessiert und - vermutlich wegen eines verfahrensfehler im laufe der wegnahme - schlussendlich gewonnen. der staat musste ihm die hunde nach 3 jahren zurück bringen, von den neuen haltern weg, und schadenersatz für die kastration zahlen. und heute hat er keine tiere mehr - ob sie ihm wieder weg genommen wurden, weiss ich leider nicht, wundern würde es mich nicht.
also: wenn die behörde dann mal endlich handelt, kann auch das schief rauskommen.
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Beitragvon Obi Knobi » 03.06.2006, 10:31

Ich hasse es, wenn Menschen denken, nur weil sie angeblich die Krone der Schöpfung sind, könnten sie mit allen anderen Lebewesen machen, was sie wollen.
Ich bin mir sicher, keiner von denen hat sich mal ernsthaft vorgestellt, wie es wäre, selbst in einem zu kleinen Käfig zu sitzen...
Und mehr als 200 Hunde... das ist geistesgestört!!! :mad: :mad: :mad:

Ich bin der Überzeugung, dass auch Tiere eine Seele haben. (Ob in der selben Form wie beim Menschen, weiß ich nicht.) Menschen, die Tiere aber wie Gegenstände behandeln, die man einfach in die Ecke stapeln kann, haben aber eindeutug KEINE!!! :headz:
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