Jetzt kam der Ernst des Lebens! Es war Heiligabend. Ich fuhr mit meinem klapprigen alten Fahrrad und in einem Weihnachtskostüm zur ersten Familie, bei denen ich die Bescherung machen sollte. Ziemlich heikle Sache; wirklich! Ich mit meinem angeklebten weißen Bart und dem roten Umhang. Es sah wirklich zum Schießen aus. Schließlich war ich der größte Weihnachtsmann in der Gegend!
Die Fahrt zu den einzelnen Familien war reine Organisationssache. Bloß die Sache mit dem Sack, wo die Geschenke verstaut waren, war ein Problem für sich. Dafür hatte ich aber einen alten Bollerwagen an meinem Fahrrad befestigt, wo ich den Sack hineinlegte.
Ich stand vor dem ersten Haus; es war ein Einfamilienhaus, in der Neubausiedlung, am Rande der Stadt. Ich klingelte! Ein Mann machte auf. Sah aus, wie ein Intellektueller. War wohl Lehrer. Jedenfalls war er Mitte dreißig.
„Ah, sie sind es. Wir haben sie schon erwartet; kommen sie herein“, sagte er.
Der Typ führte mich in die Wohnstube. Hatte es wirklich gemütlich. Im Haus standen alles antike Möbel. Alles Stilecht! Die beiden Kinder saßen gebannt auf dem Sofa, neben den Beiden saß die Mutter. Typisch deutsche Familie – alle blond und blauäugig! Der Junge war etwa fünf und das Mädchen etwa vier Jahre alt. Sahen sehr ehrfürchtig aus. Die Mutter smeilte leicht süffisant.
„So, liebe Kinder, was meint ihr, wer jetzt kommt?“, fragte der Vater.
Die Spannung wurde für die Kinder immer größer. Das war mein Einsatz!
„Von draußen vom Walde, da komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr“, fing ich an.
Irgendwie muss ich nicht richtig angefangen haben. Das Mädchen schaute mich skeptisch an.
“Wart ihr auch artig, bei den Eltern“; ich sah die Mutter fragend an.
„Ja, dass waren sie!“, antwortete die Mutter.
Der Blick des Mädchen wurde skeptischer!
„Du Onkel Weihnachtsmann; weißt du was ich glaube?“, fragte sie.
„Ja, mein Kind?“, erwiderte ich.
„Ich glaube, du bist gar kein richtiger Weihnachtsmann!“
Wie bitte! Was sagte das kleine Mädchen?!
„Hör mal….“, versuchte ich zu erklären.
„Nein, du bist kein Weihnachtsmann“, dass Mädchen blieb felsenfest.
Alle schauten das Mädchen entgeistert an. Dann stand das Mädchen auf, kam zu mir an die Wohnzimertür und riss mir plötzlich den weißen Bart vom Gesicht.
Tja Leute, was sollte ich machen? Die Bescherung war misslungen. Das musste ausgerechnet den besten Weihnachtsmann der Gegend passieren! Oh Shit! Aber ich glaube, die ganze Story ist sowieso daneben gegangen.
Okay Fans, auch wenn ihr keine Weihnachtsmänner seid, macht’s gut und lasst euch nicht unterkriegen.
Euer
(c) Sven-Olaf






