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Meine Krimi-Empfehlungen: Deaver, Connelly, Rankin

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Meine Krimi-Empfehlungen: Deaver, Connelly, Rankin

Beitragvon Paula Paselacky » 31.08.2006, 12:06

Als Bücherwurm lese ich ständig und überall, ohne Buch bin ich kreuzunglücklich.

Ich bevorzuge gut recherchierte Kriminalromane, bei denen der Autor entweder den eigenen Lebenshintergrund und persönliche Erfahrungen einfließen läßt oder spezielle Themen in einer spannenden Story verarbeitet.

Die drei genannten Autoren Jeffrey Deaver, Micheal Connelly und Ian Rankin erfüllen alle meine Erwartungen und Vorlieben und zählen zu meinen Lieblingen.

Deaver und Connelly sind Amerikaner und schreiben wesentlich "action-lastiger" als der sture Schotte Rankin, dessen Romane eher von der Atmosphäre und seinem Protagonisten Inspektor Rebus leben. Ich persönlich wechsele immer gerne mal zwischendurch, um nicht an einem Stil "klebenzubleiben".

Von Jeffrey Deaver sind nach meinem Geschmack ausschließlich die Bücher aus der Lincoln Rhyme - Reihe lesenswert. ( Er hat noch eine ganze Menge mehr geschreiben, die ich im Vergleich zu den Lincoln Rhyme Geschichten aber erschreckend platt finde ).

Der erste Band dieser Reihe "Die Assistentin" wurde unter dem Titel "Der Knochenjäger" mit Denzel Washington und Angelina Jolie verfilmt ( sehr sehenswert ! ) und ist einigen vielleicht bekannt.

Lincoln Rhyme, seines Zeichens ehemaliger Leiter der Spurenermittlung in NYC, liegt nach einem Unfall vom vierten Halswirbel abwärts gelähmt zu Hause im Spezialbett und kann nur mit Hilfe seines messerscharfen Verstandes und ausgeklügelter Technologie als Berater bei Kriminalfällen mitwirken.

In den Romanen bekommt man als Leser nicht nur einen detaillierten Einblick in die geradezu unglaublichen Möglichkeiten der modernen Spurenanalyse; Deaver bastelt aus speziellen Fachgebieten auch immer völlig faszinierende Kriminalstories ( z.B. Cyberspace und Computertechnologie in "Lautloses Duell", professionelle Zauber- und Illusionskunst á la David Copperfield in "Der faule Henker" ).
Ein kleiner Wehmutstropfen: auf den letzten 20-30 Seiten stürzen die Stories manchmal in Banalitäten ab und erscheinen ein bißchen dick aufgetragen - die restlichen 600 Seiten Spannung haben mich bislang aber immer dafür entschädigt.

Michael Connelly schickt mit Hieronymus Bosch - ein Name, den ihm seine kunstverliebte Mutter verpaßt hat und den in Amiland kein Schwein aussprechen kann - einen herzerfrischend glaubwürdigen, bodenständigen, desillusionierten, bißchen kaputten und wenig heldenhaften amerikanischen Cop in's Rennen. Bosch ist ein relativ ungebildetes, aber für alle Richtungen offenes und durchaus inspiriertes "Trüffelschwein", der seine Fälle vorallem durch Hartnäckigkeit löst. Er hat für mich ein bißchen was von Columbo, den auch nie jemand so wirklich ernst genommen hat ...

Bei Connelly passiert auf jeder Seite etwas, die Spannung reißt nicht ab. Die Fälle sind komplex, mehrere Handlungsstränge laufen parallel, ohne unübersichtlich zu werden. Er ist ein Meister des schwarzen Humors, der "tragischen Zufälle" im Leben, der perversen Verwicklungen und pathologischer Denke. Mein entsetzter Standard-Ausruf beim Lesen seiner Romane: " Oh neeeeiiiiin .... !"

Seine Infos zur amerikanischen Geschichte und Gesetzgebung, speziell der gesellschaftspolitischen Hintergründe des heutigen Los Angeles: absolut lesenswert und eine zusätzliche Internetrecherche wert.

Am Besten liest man die Romane in der Reihenfolge ihres Erscheinungsdatums ( Achtung: in z.B. "Der Poet" spielt nicht Bosch die Hauptrolle, sondern ein Zeitungsreporter, er gehört aber zwingend in die Reihe, bei Connelly gibt es mehrere Protagonisten )

Äußerlich ruhiger geht es bei Ian Rankin und Inspektor Rebus zu.

Die Fälle sind nicht weniger spannend, das eigentliche Drama spielt sich aber im Kopf des Inspektors ab und die Atmosphäre in Edinburgh tut ihr Übriges.

Rebus ist ein alter "Knasterbart", der an allen Ecken und Enden mit sich zu hadern hat und mit seinen inneren Dialogen so ziemlich jedem Leser eine Projektionsfläche und Identifikationsmöglichkeit bietet ...

Informationen über Land und Leute und das Leben in Schottland sprengen das Buch, Lexikon oder Internetrecherchen sind für mich bei dieser Lektüre Pflicht. Jeder Band ist eine in sich geschlossene Geschichte und kann unabhängig von den anderen gelesen werden, richtig Spaß macht es meiner Meinung aber erst, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge liest ( sonst geht einem so ein bißchen Reiz der Story verloren ).

Meine Güte, bin ich heute redselig :shock:
Man kann alles schreiben, was man denkt. Man muss es nur so formulieren, daß keiner weiß, was man eigentlich meint.
(Dieter Hallervorden)
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