Da es in letzter Zeit wenige Fragen gab, bei denen ich helfen konnte, habe ich mich entschlossen, euch mit den interessanten und lustigen Details der Konstruktion eines Multi-Millionen Dollar Detektors zu unterhalten.
In einem solchen Detektor bestimmt man den Impuls eines geladenen Teilchens (Impuls ist sowas wie die Wupptizität eines Teilchens
), indem man es durch ein Magnetfeld fliegen lässt. Aus der Krümmung der Bahn kann man den Impuls berechnen
(So ähnlich macht man es beim traditionellen Röhrenfernseher...)
Nun braucht man in einem so großen Detektor, mit Teilchen die eine riesige Wupptizität haben, ein entsprechend starkes Magnetfeld. Dafür baut man dann eben einen Magneten, der alleine mal 280 Tonnen wiegt.
So weit, so gut. Wenn dieses Ding dann fertig ist, will man natürlich auch sehen, ob es das tut, was es tun soll. Das wäre, ein tierisch starkes Magnetfeld zu erzeugen (max. 4 Tesla, für diejenigen, denen das was sagt...), welches nach aussen sehr schnell sehr schwach wird. Wenn es das nämlich nicht wird, zieht es nämlich alles magnetische Metall in der 45 x 30 x 30 m^3 grossen Kaverne an. Das wäre schlecht.
Also holt man alle Leute aus der Kaverne raus, schaltet den Magneten an und misst die Feldstärke. Was man offenbar nicht zu bedenken braucht ist, ob nicht doch ein wenig Feld nach aussen dringt und somit eine Kraft auf den etwa 7000 Tonnen schweren Rest des Detektors ausübt. Ausserdem braucht man sich auch keine Gedanken zu machen, ob der 15m hohe, 5m breite Magnet auch sicher befestigt ist.
Diejenigen von euch, die mich kennen, wissen schon, was passiert. Natürlich, der Magnet bewegt sich. Eine Kraft irgendwo zwischen 20 und 45 Tonnen zieht ihn auf den Rest des Detektors zu. Das hat zur Folge, dass der 280 Tonnen schwere Magnet 8 cm lange Kratzer auf den Schienen hinterlässt, entlang derer er sich auf das riesige Kühlgefäß zubewegt, welches zwischen ihm und dem Detektor steht! (Man stelle sich mal die Kräfte vor, die hier wirken...) Dieses schafft es auch letztlich, die Leute im Kontrollraum davon in Kenntnis zu setzen, dass was nicht stimmt. Der tanzende Magnet hat nämlich eine der Kühlmittelleitungen beschädigt, durch die flüssiges Argon (Siedepunkt bei Atmosphärendruck -185,8 °C) geleitet wird. Einige tausend Liter davon befinden sich in besagtem Kühlgefäß...
Die beschädigte Kühlleitung tut, was sie tun muss, und löst einen Alarm aus. Dieser Alarm ist es, der die Magnetfahrer dazu veranlasst, den Magneten dann doch mal abzuschalten, bevor er sich gemütlich an den Detektor schmiegen kann...
Das sind so die alltägliche Kleinigkeiten, die einen darüber nachdenken lassen, ob man wohl wirklich der einzige Mensch ist, der noch irgendeine Verbindung zur Erde hat und sich ein wenig Gedanken macht, bevor man irgendwas potenziell gefährliches tut. Wenn man dann allerdings im Labor steht, und gerade mit viel Glück einem ziemlich teuren Fehler entkommt, ist das doch etwas frustrierend...











ich hab eindeutig den falschen job 

