Wieder einmal wende ich mich mit einem allumfassenden Problem an dich. Zwar bin ich immer noch ein wenig traurig ob meiner abgeblitzten Anfrage wegen eures Teilchenbeschleunigers, doch hierbei ist wieder dein Sachverstand und deine schonungslose Sicht der Dinge angesagt.
Doch um eines möcht ich dich schon vorab bitten.
Nimm mir die rosarote Brille diesmal langsam ab, sodass ich mich langsam wieder an die Wirklichkeit gewöhnen kann.
Letztes, während meines Alterungsproblemchens, hast du mich etwas ruppig zurück in das Hier und Heute geholt.
Du hast mir die rosarote Brille auch abgenommen, ja, aber um beim Vergleich zu bleiben nicht sanft, sondern unter Mitwirkung eines harten Gegenstandes, etwa eines Baseballschägers.
Aber nun zu meinem Problem.
Dieses Wochenende gastierten wieder die "Wilden auf ihren Maschinen" auf dem roten Berg (Erzberg).
Voll Freude habe ich bereits "vortrainiert". Es ging auch alles sehr gut. Nur ein paar kleinere Bodenkontakte mit den diversen Anbauteilen meines Körpers. Nichts gravierendes, hatte ja meine Schutzausrüstung an, obendrein war ich auch noch auf Wiesenflächen unterwegs welche Stürze gnädig abfedern.
Irgendwann ist aber auch der größte Spass zu Ende. Bei der Heimfahrt passierte es dann. Von Brustpanzer, Stiefel, Handschuhen und Knieschützern entledigt (es war ja sooooooo heiß) nahm ich eine kleine Abkürzung über eine Schottergrube.
Relaxt und entspannt, deshalb unkonzentriert, übersah ich einen Stein, welcher mein Hinterrad zum Ausweichen nach rechts zwang. Weil nun das Hinterrad bereits beim Ausscheren war dachte es (vermute ich mal) so bei sich: "Na dann mach ich mal schnell so weiter".
Zum besseren Verständnis werd ich das ganze in eine physikalische Erklärung umwandeln.
Ursache: Stein verschägt das Hinterrad meines Motorrades.
Wirkung: Hinterrad überholt ohne Absichtserklärung (bsp durch blinken) das Vorderrad. Vortriebsenergie wird in Drehbewegung umgewandelt, Drehbewegung wird Fallbewegung, welche unter Einbeziehung des Bodens binnen kürzester Zeit gestoppt wird.
Hierbei ist mir aber nichts passiert. War mit max. 30 km/h unterwegs. Doch als ich danach (nach dem unfreiwilligen Bodenkontakt) aufstand und an mir herabblickte, musste ich zu meinem Schock eine allergische Reaktion meines linken Beines auf den feinsandigen Schotter erkennen.
Mich hatte der so genannte "Schotterausschlag" befallen.
Jetzt meine Frage. Kann es sein das ich im Alter eine Allergie auf Silicate entwickle? Gibt es dagegen ein Heilmittel im heimischen Kräutergarten? Wäre mein Ausschlag geringer ausgefallen wenn sich die Erde nicht so schnell gedreht hätte? Oder hätte ich vor dem Sturz vom Motorrad kurz in die Höhe springen müssen? (Vergleichbar folgendem Versuch: Ein Lift stürzt ab. In der Kabine befinden sich zwei Personen. Kurz vor dem Aufprall des Liftes springt Person eins in die Luft. Person zwei bleibt stehen und wird beim Aufprall des Liftes getötet. Person eins hat überlebt. [Zumindest 0,000000001 Sekunde länger als Person zwei, aber man soll ja nicht unbescheiden sein]).
Was, geschätzter Doktor Thork, kann ich also tun?
Anbei ein Foto meines Ausschlages, damit du dir ein besseres Bild machen kannst.
Bitte um schleunigste Hilfe. Konnte ob meiner allergischen Reaktion heuer wieder nicht am Berg teilnehmen. Meinen allgemeinen Zustand kannst du dir deshalb sicher vorstellen.
Dein
waidwunder Agnostiker









