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Mein liebes Tagebuch...............

Hier gibst nichts zu lachen

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Beitragvon Agnostiker » 25.01.2006, 16:31

Mein liebes Tagebuch...............

Stell dir vor im Forum hat man gedacht ich hätt dich vergessen. Ja da sind sogar einige der Meinung, ich würd mein Tagebüchlein hängen lassen. Das klingt mir doch sehr stark nach "umgekehrter Psychologie". Gemein hin wirkt so etwas nicht auf mich. Darum sollte ich die Meinung der fünf respektieren und nichts mehr hier rein schreiben.
Wäre da nicht der liebe Thork, der mich so freundlich gebeten hat weiter zu machen, ich hätt dich wirklich geschlossen.
Aber na gut, ich will mal nicht so sein.

Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, beim Uhrschauen.
So weit ich mich an meinen Physikunterricht erinnere, kann niemand mit Gewissheit sagen, wie es in einem "schwarzen Loch" tatsächlich aussieht.
Also ich kann das sehr wohl. Denn ich war in IKEA. Dort steht die Zeit still, und das ist auch ganz logisch. Denn schwarze Löcher sind deshalb schwarz, weil sich deren Gravitation nicht mal das Licht entziehen kann. Warum und wieso, das ist technischer Kram. Das kann Thork sicher besser erklären.
Im inneren eines schwarzen Loches herscht Null-Zeit. Sie vergeht einfach nicht. Ich kann das beweisen. Drei Mal sah ich auf die Uhr, die Zeiger bewegten sich nicht. (Nun, vielleicht ist auch nur meine Batterie alle gewesen. Aber daran glaub ich nicht.)
Fakt ist: Im "IKEA schwarzem Loch" steht die Zeit still.
Du stellst dir vielleicht dir Frage, wie etwas, das so dynamisch ist wie Zeit, so mir nix dir nix einfach aufhören kann zu existieren.
Auch das ist ganz einfach erklärt. Wenn du auf deine Uhr schaust, so siehst du nicht die Uhr, sondern das Licht, das von der Uhr reflektiert wird und auf deiner Netzhaut aufschlägt. Was passiert aber, wenn du dich plötzlich mit Lichtgeschwindigkeit von dieser Uhr weg bewegst. Dann kann das nächste Lichtteilchen deine Netzhaut nicht mehr erreichen und du bist mit dem Eindruck des letzten auf dir aufschlagenden Lichtteilchens unterwegs. Die Zeit steht also für dich still.
Man kann das auch noch weiter führen. Nachts siehst du ja auch die Zeiger der Uhr nicht. Darum steht auch nachts die Zeit still. Und was ist es Nachts? Genau, finster, schwarz.
Somit habe ich mit einfachen Worten bewiesen, dass in einem schwarzen Loch explizit gesagt bei IKEA die Zeit still steht. Das alles hat Albert bei einem IKEA Besuch mit Frau Einstein festgestellt. (Ich glaube Thork reißt sich nun alle Haare einzeln aus.)

Aber weiter im Bericht. Alle anderen Abteilungen kannst du getrost unter "alles angrabschen und überall Probesitzen abhaken". Schon dachte ich das schlimmste überstanden zu haben. Doch leider hab ich da das elfte Gebot vergessen, welches da lautet: "Du sollst dich nicht täuschen".
Wir kamen also zum Dekomaterial. Genau hier begegnen wir wieder Newton und seiner Gravitatsionstheorie. Nur dass plötzlich meine Freundin alle in ihrem Dunstkreis gelangende Dekomaterialien, weil ja allesamt Masseärmer als meine Freundin, anzog. Es war grausam zu sehen, wie sich langsam aber stetig der Einkaufswagen mit Kerzenhalter, Plastikdosen, Dekosand und andere Gegenstände, die sie immer schon haben musste füllte.
Lass mich ein wenig zur Architektur eines IKEA Möbelhauses abschwenken. In allen Abteilungen sind sämtliche Durchgänge schmal und Platzsparend angelegt. In allen, bis auf die in der Dekoabteilung. Diese wird nämlich von einem breitem Mittelgang dominiert. Warum aber ist das so? Die Antwort ist ganz einfach. Im breiten Mittelgang werden die Männer mit ihren Einkaufswagen geparkt. Es ist lustig zu beobachten, immer stehen mindestens drei Männer mit ihren Einkaufswagen ganz dicht an die Sonderangebotsschütten gedrängt. Dort sehen sie mit mitleidserweckenden Blicken auf ihre Frauen. Das aber hilft nichts. Frauen kennen da kein Mitleid. Aus Fräulein Jeckyl wurde das unbeugsame Monster Hyde. Diese Metamorphose geht binnen Sekundenbruchteilen von statten. (Sie kann aber auch Stunden dauern. Denn wie gesagt, bei IKEA hat die Zeit keinerlei Bedeutung.)
Es kam so wie es kommen musste. Meine Freundin parkte auch mich zwischen zwei wartenden Männern. (Ihren funkelnden Blick werd ich wohl nie vergessen. Jetzt noch läuft es mir, bei dem Gedanken daran, eiskalt den Rücken hinunter.)
Ich weiß nicht mehr wie lang ich da stand, doch in der Zwischenzeit konnte ich mich drei mal rasieren.
Wenn du jetzt denkst, dass ja irgendwann der Einkaufswagen voll sein muss, dann hast du die Rechnung ohne meine Freundin gemacht. Denn entweder ist ein IKEA Einkaufswagen ein multidimensionales Gerät, in dem alles, ich meine wirklich alles verstaut werden kann, oder meine Freundin ist ganz einfach ein Ordnungsgenie, dass selbst Platz in der kleinsten Ecke findet.
Aber irgendwann ging es dann doch weiter. Endlich raus aus der Dekoabteilung und rein in .......... OH MEIN GOTT, die Grünzeugabteilung. Hier noch einmal das selbe. Langsam spürte ich, wie der Wahnsinn sich meiner bemächtigte.
Ich meine, Grünpflanzen sind toll, aber meine Freundin besitzt so etwas wie den pechschwarzen Daumen. Ihr geht einfach alles ein. Mittlerweile hatten wir so um die 20 Liebeslocken (die Pflanze sieht aus wie ein genetisch mutierter Schnittlauch, schmeckt aber leider nicht wie einer), alle starben einen schnellen Tod.
Aber wir versuchen es immer wieder, obgleich das Ergebnis schon von vornherein feststeht. (Die Liebeslocken, die wir an dem Tag kauften, liegen längst schon auf dem Müll.)

Endlich, endlich war es geschafft. Die Kasse war erreicht. Dort zeigte ich mit artigem Lächeln meine neu erworbene IKEA Family Karte her, bekam eine Papiertüte und durfte dafür über 300 Euro bezahlen (inkl. Bücherregal).
Die Schwägerin legte noch einmal 200 € für ihren Melkschemel, pardon, Stillsessel, und das angehäufte Dekomaterial hin, was mich in die einzigartige Lage versetzte Waren im Werte von 500 Euro ganz alleine zum Auto zu tragen.
Und was die Zeit angeht: Für meine Freundin verging bei IKEA kaum ein Augenblick. Die reale Welt jedoch war der festen Meinung, dass mehr als vier Stunden vergangen sind.
Wahrhaft ein schöner IKEA Ausflug, der seinen Abschluss bei "Bellaflora" fand. (Übertöpfe für die zum Tode verurteilten Liebeslocken.)

Zurück waren wir um ca. 19 Uhr, was bedeutet, dass wir einen ganzen Tag brauchten um ein einziges Bücherregal zu kaufen, womit ich eindeutig den Beweis erbrachte: Ich liebe meine Freundin.
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Beitragvon Thork » 25.01.2006, 19:05

Vielen Dank, lieber Agno, dass Du dich so ins Zeug gelegt hast und den Post tatsaechlich am naechsten Tag gemacht hast.
Ich glaube, an dir ist ein grosser Physiker verloren gegangen, so gut wie du die Relativitaetstheorie verstanden hast. Ich muss es gesetehen: Ich bewundere Dich! :P
Und ich bemitleide Dich wegen des unglaublichen Leids, das Du uns hier beschreibst ;-)
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Beitragvon Kinski » 26.01.2006, 16:17

Wahrhaft ein schöner IKEA Ausflug, der seinen Abschluss bei "Bellaflora" fand.


:rofl-big:

Danke Agno, herrlicher Abschlussbericht.
Ciao,
Kinski


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Beitragvon Agnostiker » 30.01.2006, 15:59

Mein liebes Tagebuch.............

Der Winter ist seit jeher für mich eine schwere Zeit. Es ist kalt, die Straßen sind rutschig und ins Gelände kann ich auch nicht, da mir dabei ständig das Bike absäuft.
Darum bin ich für so kleine Sondertreffen, wie das jedes Jahr zu "Drei Könige", überaus dankbar.
Endlich darf ich wieder in den Sattel, endlich wieder zurück auf der Straße.
Nachdem ich jedoch Jahr für Jahr immer so teure Plastikteile nachkaufen muss und ich auch niemals ein Gespannfahrer sein werde, ist das immer so eine Sache. Soll ich mich tatsächlich mit meinem Joghurtbecher nach draußen wagen?
Glücklicherweise verfügt mein kleines Brüderchen auch über ein, in Ermanglung besserer Ausdrucksweisen, Motorrad.
Ein richtig kleiner süßer "Zweitaktbomber" mit mickrigen 125ccm und relativ wenig Plastik rundherum.
Du kannst dir vorstellen, dass Brüderchen nicht viel vom Motorrädchen verleihen hält, und schon gar nicht im Winter. Die Erinnerung an IKEA und seiner Schuld mir gegenüber brachte nach einigen Stunden doch noch sein kaltes Herz zum schmelzen und mir die Zündschlüssel in die Finger.
Natürlich presste er mir das Versprechen ab, gut auf seine "Kleine" aufzupassen. (Manchmal glaube ich echt, er kennt mich nicht, hehehehe.)
Nun gut, runter mit der Straßenbereifung und rauf mit den groben Stollen und mal das Gelände prüfen.
Noch in Sichtweite meines Brüderchens testete ich die Härte der nächsten Schneewehe.
Jaja, war echt rutschig, und das trotz der groben Bereifung.
Als ich mich mühsam hinter dem Schneehaufen wieder hervorkämpfte vernahm ich die wütenden Schreie meines Brüderchens.
Jetzt gings um Sekunden. Motorrad aufrichten, ankicken und los. Sonst hätt er mich vielleicht noch erreicht und mir den Zündschlüssel abgenommen.
Auf der Hauptstraße zu mir nach Hause ging es ein wenig besser. Nur wenig Eis, fast kein Schnee und lauter blöder Gesichter in den Autos. Die fassungslosen Stirntipper quittierte ich mit einem breitem Grinsen und einem gelegentlichen Kusshändchen.

Zuhause angekommen wartete bereits das Team auf mich. Heuer waren wir zu zehnt, doch nach Darwins Evolutionstheorie wird sich das Feld sicherlich bald lichten.
(Was es auch tatsächlich bald tat. Die Natur ist mit ihren Gesetzen echt unerbittlich.)
Wenn du jetzt denkst, dass es sicher saukalt war, kann ich dich beruhigen. Mit der richtigen Ausrüstung wird es nur an den Fingerchen leicht kühl.
Zwar sah ich mit der Kleidung ein wenig wie das Michelin Männchen aus, aber Hauptsache war, dass es wohlig ist.
Endlich ging es los. Raus aus der Garage und............ die erste Pause.
Der Sturz vor mir sah nicht wirklich toll aus. Toll nicht, aber lustig. Mit Schrittgeschwindigkeit rutschte dem ersten das Vorderrad weg. Das Ergebnis war, dass plötzlich alle da lagen. (Die Natur beginnt mit ihrer Selektion immer sofort und unvermittelt.) Alle, also wirklich alle, fielen runter.
Ich bin der Meinung hier ein besonderes Service für unseren Physiker Thork einzuführen (er hat es sich echt verdient). Unter "erkläre das Warum" handeln wir also das "runterfallen" ab.
Das läuft also so: Wie wir bei IKEA bereits gelernt haben, zieht das Massereichere das Masseärmere an. Das "Anziehen" läuft dabei nicht irgendwie ab, sondern geht immer in richtung Zentrum. (Das Warum erklärt euch Thork.)
Darüber sollten wir durchaus nicht böse sein. Denn wenn alles rauffallen würde, wär das sicher nicht so toll. Dafür gibt es einen ganz besonderen Grund. Wir stellen uns einfach mal die Größe unserer Erde vor. Selbst in unserem eigenen Sonnensystem ist die Erde eher klein. Da gibts welche, die sind um ein vielfaches mächtiger. Jupiter z.B., oder noch um eine Stufe größer: die Sonne.
Wenn also plötzlich alles rauf und nicht mehr runter fallen würde, wäre das ein sichtbarer Beweis, dass wir uns einem massereicherem Planeten mehr angenähert haben als für uns gut ist. Und wenn es dabei auch noch Sauheiß wird, dann wird es gemeinhin Zeit auszutrinken und sofort zu bezahlen. Denn in spätestens ein paar Minuten hast du echt keine Zeit mehr dafür.

Aber nun weiter in meinr Erinnerung. Als wir uns alle wieder aufrappelten erkannten wir, dass es nur noch zu neunt weitergehen würde. Ein Schalthebel war gebrochen. An eine Weiterfahrt nach nur 10 Metern war für den ersten nicht mehr zu denken.

"Zehn kleine Mopetfahrer rollten aus der Scheun (Garage)
den einen hat es hingelegt, da warens nur noch neun...."

Mit neun Mann gings also weiter. Fünfzig Kilometer ging es auch relativ zügig und flott voran. Dann streikte wieder ein Motorrad. Es wollte einfach nicht mehr. Das "Warum" blieb ungeklärt. Ich schätze mal, dass sich die besagte Bayerin Winterfrei genommen hat. Es war ihr ganz einfach zu kalt. (Kaum wird es ein wenig frisch streiken die deutschen Motorräder. Tztztztztztztz) Weil wir jetzt mitten in der Pampa standen erklärte sich einer bereit bei den unglücklichen BMW Treiber heim zu bringen.

"Neun kleine Mopetfahrer blieben einfach liegen,
denn einer fuhr ne BMW, weiter ging es nur für sieben."

Nach diversen Teepausen näherten wir uns schön langsam unserem Ziel. Doch schon tauchte wieder ein Problem auf, das da hieß "WINTERSPERRE WEGEN LAWINENGEFAHR".
Weiter ging es nur noch über Schleichwege. Dabei machte aber einer mit seinem japanischen Plastikbomber nicht mit und schon wieder waren wir zwei weniger.

"Sieben kleine Mopetfahrer mussten durch die Sümpf,
Zwei machten da nicht mit, da warens nur noch fünf."

Nichts desto trotz, eine Ausfallrate von nur 50% war toll. Als wir endlich am Zeltplatz ankamen (nix Hotel, richtige Männer zelten) fing der Spass an.
Das erzähl ich dir aber das nächste Mal, ok?
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Beitragvon Thork » 30.01.2006, 16:51

Wiedermal supergeil, Agno.
Mit deinem Schreibstil solltest du freischaffender Journalist werden :D
Da kann man mal wieder sehen, dass es echte Maenner nur noch da gibt, wo Strom und Fernsehen erst seit wenigen Jahren bekannt sind :twisted:
Ich habe es schon einmal gesagt und ich kann es nur wiederholen: Mit deinem Verstaendnis von Physik solltest Du eigentlich Lehrer sein, aber ich fuerchte, die Schueler haetten etwas Probleme mit deinem Sarkasmus. :wink:
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Beitragvon kisslab » 30.01.2006, 18:15

Thork schrieb:
>Mit deinem Schreibstil solltest du freischaffender Journalist werden

Nun rat mal, welchen Bruf der Ago hat..
Spass muss sein!
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Beitragvon Tugendwächter » 30.01.2006, 18:22

kisslab hat geschrieben:Nun rat mal, welchen Bruf der Ago hat..


IKEA-Testkäufer? :wink:
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Beitragvon Agnostiker » 30.01.2006, 18:37

@Thork: Fern... WAS? Merke: Nur die Harten kommen durch, von denen nur 10% und auch nur diejenigen der 10% die Steine fressen.
Entschuldigt mich, ich geh jetzt schnell in den Straßengraben um mir dort das Menü für Morgen zu besorgen.

@kisslab: Hab mir auch schon mal gedacht in diese Branche eizusteigen.

@Tugendwächter: IKEA Testkäufer? Ich schlag das mal meiner Freundin vor.
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Beitragvon Agnostiker » 31.01.2006, 08:07

Hallo mein liebes Tagebuch...........

Diesmal geht es mit dem Geschichtenerzählen ein wenig flotter weiter. Sind ja durchaus nur schöne Erinnerungen, die ich an meinen Ausflug hege.
Nun kamen wir also am Zeltplatz an. Den Zeltplatz musst du dir wie ein überdimensionales Labyrint vorstellen. Überall standen große Schneehaufen mit, mehr oder minder, kleinen freien Flächen rund herum. Auf einer solchen richteten wir uns dann häuslich ein. Zuerst stellten wir die Zelte auf. Zwar braucht man für die Heringe im Winter keinen Hammer, dafür halten sie auch nicht sonderlich gut. Nun sagen wir, sie halten beim Aufbau nicht sonderlich gut, denn beim Abbau des Zeltes, wenn die Heringe die Umgebungstemperatur richtig schön angenommen haben, bekommst du sie fast nicht mehr aus dem Boden, genauer gesagt aus dem Eis.
Danach wurde die Küche errichtet. Ja, du hast richtig gehört, eine richtige Küche. So mit offener Feuerstelle und.... nun ja, mit nix anderem. Offene Feuerstelle genügt schon. Genau genommen war unser Kochzentrum nur ein Gaskocher.
Also nochmal: Die Küche wurde erbaut, was bedeutet das ein Gaskocher auf den Boden gestellt wurde.
Gegessen wurde freilich noch nicht. Denn zuerst kamen die Bikes dran. Wie ein richter Huskyführer im kanadischen Yukonteritorium, wo ja auch zuerst die Hunde versorgt werden ehe man selbst etwas zu Essen bekommt, kümmerten wir uns um die Bikes.
Batterien ausbauen und richtig schön warm einmümmeln. Danach das Motorrad von allem Schnee und Matsch befreien. Ganz wichtig hierbei ist der Motor, die Reifen und die Felgen. Denn wenn das, was du auf der Herfahrt aufgesammelt hast, festfriert, dann hast du am nächsten Tag aber so richtig Spass. Ein besonders kluger Zeitgenosse meinte, er könne das am Waschplatz der am nächsten gelegenen Tankstelle erledigen. (Er war sicher das erste Mal dabei.) Die Konsequenz daraus war, dass sich sein Motorrad am nächsten Tag, und vermutlich auch den restlichen Winter, nicht mehr starten ließ.
Aber zurück zu meiner Geschichte: Langsam regte sich bei uns auch das Gefühl des Hungers. Also gingen wir auf die Jagt. Schwer bewaffnet mit einer Menge Euros fielen wir in dem Geschäft ums Eck ein. Dort erlegten wir eine große Dose Gulasch, Brot und einiges an Getränken. (Ich will das hier nicht näher ausführen. Denn wenn das Naturgesetz des "Fressens oder Gefressen werdens" zuschlägt, so ist das kein schöner Anblick.)
Zurück am Zeltplatz erkannten wir, dass wir zwar für alle Eventualitäten gut ausgerüstet waren, dennoch hatte aber niemand an den Dosenöffner gedacht. Zur Not erfüllt aber auch ein Messer diesen Zweck. Die zwangsläufig folgenden Schnittverletzungen konnten wir auch gut mit den Pflastern, die wir, im Gegensatz zu einem Dosenöffner, sehr wohl mitgenommen hatten, behandeln.
Die Nahrungsaufnahme ist ein weiteres unschönes Naturschauspiel, dass ich dir hier nicht erzählen werde. Wenn es dich interessiert, so schau einfach mal im Discovery Chanal nach. Dort findest du sicher was vergleichbares.
Ebenso erzähle ich nicht einmal meinem Tagebuch was bei der nächtlichen Party so abging. Erstens sind hier auch Frauen anwesend, und zweitens hab ich versprochen niemals etwas von den dortigen Vorgängen zu verraten. Nur so viel, dass der obligatorische Mitternachtsstiptease diverser, zu diesem Zwecke vom Veranstalter angerchierten, jungen Frauen wegen -4 Grad ausfiel.

Der nächste Morgen: Ach, das kommt das nächste Mal. Dann führen wir auch Thorks Rubrik "erkläre das Warum" weiter.
Also bis bald,
dein Agnostiker
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Beitragvon Agnostiker » 01.02.2006, 11:01

Mein liebes Tagebuch.....

Gerne erinnere ich mich an meinen letzten Ausflug zurück. An die Ausfahrt schon, nicht an den nächsten Morgen.
In aller Herrgotsfrühe würde ich da von Musik geweckt. Irgend jemand startete da seinen "Einzylinder" an. Gut, dachte ich. Wenn du schon mal wach bist, kannst du auch gleich mit der Morgentoilette beginnen. Also raus aus dem Mumienschlafsack, und ab nach draußen um sich frisch zu machen.
Ich muss aber dazu sagen, dass sich das "Gesicht waschen" bei Minus 6 Grad durchaus als schwierig gestalten kann. Jedoch mit der richtigen Technik....., ach was, ich erklär es dir einfach.
Du stellst dich für eine Körperreinigung vor einen großen Schneehaufen. Danach entkleidest du deinen Oberkörper, holst tief Luft und rammst deinen Kopf mit aller Kraft in den besagten Schneehügel. Dabei darf man aber nicht zaghaft sein. Du solltest schon bis mindestens zu den Schultern im Schnee verschwunden sein. Die ganz "Harten" tauchen dazu sogar noch viel tiefer ein. (Man munkelt sogar, dass bei dieser Prozedur schon gestandene Mannsbilder bis zum nächsten Frühling verschwunden sind.)
Ganz wichtig ist auch den großen gelben Flecken auszuweichen. (Den man auch nicht unbedingt essen sollte. Merke: Gelber Schnee ist kein Zitroneneis.)

Nach diesem ausführlichen Bad machte ich eine Inspektionstour durch das Camp. Vor so manchem Zelt standen Schuhe. So etwas ist niemals eine gute Idee. Denn wenn nicht gerade ein witziger Zeitgenosse diese mit Schnee, Eis und Körperflüssigkeiten füllt ist es dennoch kein angenehmes Gefühl am nächsten Morgen in -6 Grad kalte Schuhe zu schlüpfen. (Ja ja, das ganze Leben besteht aus lernen. Und viele bekommen ihre Lektionen gerne auf die harte Tour serviert.)
Weiters traf ich auch noch einige, die ihre Batterie nicht ausgebaut haben. Die waren gerade dabei ihr Motorrad "anzulaufen". Wer das schon mal versucht hat, der weiß, das so etwas bei einem Einzylinder beinahe unmöglich ist.
Beinahe, denn es gibt hierbei auch noch eine Steigerungsstufe von "beinahe unmöglich", die "absolut unmöglich" lautet. Dann nämlich wenn Schnee und Eis noch mit im Spiel sind. (Ist es nicht schön die Selektion der Natur so Hautnah mit zu erleben? Ein typisches Beispiel von "lernen" und "harte Tour".) Zumindest wurde den derart agierenden ziemlich schnell warm.

Als ich zu meinem Zelt zurück kam, wurde von meinen Begleitern bereits fleißig abgebaut. Wir wollten ohnehin nur eine Nacht bleiben. Es ging ja auch nicht primär ums feiern sondern nur ums fahren.
Also alles wie gestern, nur die umgekehrte Reihenfolge. Zeltabbau (die Küche wurde bereits gestern abend wieder entfernt), Batterieeinbau, ein wenig Starthilfespray in den Luftfilterkasten, Dekompressor gezogen und angekickt. Einmal, zweimal, Mist, abgerutscht und hingefallen. Großes Gelächter meiner Kameraden.
Nochmal für alle, die es nicht verstanden haben: Das Motorrad fiel um, und ich runter.
Wir haben ja das "runterfallen" bereits abgehandelt, und auch warum das "hochfallen" nicht sonderlich erstrebenswert ist. Dennoch wär es mir hier lieber gewesen Brüderchens Motorrad wär nicht umgefallen.
Denn als ich das Motorrädchen wieder anhob merkte ich, dass nur der Großteil wieder in die Höhe kam. Ein Teil vom Kupplungshebel blieb einfach im Schnee liegen. Er war abgebrochen.
Du fragst dich vielleicht warum in relativ weichem Schnee ein Kupplungshebel abbrechen kann. Um das zu erklären lasse ich Thorks "erkläre das Warum" Rubrik wieder zu Wort kommen.
Wenn du dir einen Kupplungshebel vergrößert ansiehst, dabei ist "Vergrößert" nicht mit der Lupe sondern mit "Größer als Elektronenmikroskopvergrößerungsmöglichkeiten" gemeint, so wirst du erkennen, dass sich so ein Kupplungshebel aus lauter kleiner Moleküle zusammensetzt. Diese bewegen sich ganz leicht immer hin und her und reiben somit aneinander. Denk jetzt bitte daran, was wir in der Schule gelernt haben: Durch Reibung entsteht Wärme oder Dreckwutzerl (je nach dem).
Du fragst dich nun vielleicht, warum sich der Kupplungshebel nicht bewegt, wenn alle Moleküle in dem Hebel ständig in Bewegung sind. Das ist ganz einfach erklärt: Der Kupplungshebel ist am Motorrad festgeschraubt. Darum kann er nicht abhauen. (Für die andere Erklärung, also für "bewegt sich doch, nur im Mikrobereich" usw. ist Thork zu fragen.)
Aber weiter. Je wärmer dem Hebel ist, desto flexibler ist er auch. Bei ca. 660 Grad Plus ist der Kupplungshebel dann so dehnbar, dass er sich sogar flächendeckend verteilen könnte. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass bei Kälte die Moleküle in eine Art Streik treten und sich nicht mehr, oder nur noch ganz wenig bewegen wollen.
Warum aber bricht ein kalter Kupplungshebel leichter als ein warmer? Ganz einfach: Sich schnell bewegende Moleküle sind schwerer zu fassen. Wenn sie aber jetzt ruhig halten, dann geht das ganz einfach.
Alles klar?

Ok. Weiter in der Geschichte. Das Motorrad sprang dann doch relativ schnell an, und wir machten uns auf den Heimweg. Leider war der Gangwechsel mit abgebrochenem Kupplungshebel nicht erbaulich. Darum entschloss ich mich in den nächst höheren Gang nur noch ohne Kupplungsziehen zu wechseln. Meine Fahrweise wurde dadurch etwas ruppiger, was aber im Winter nicht gerade vorteilhaft ist.
So manches Mal blieb mir nichts anderes übrig als den Ausweg in verschiedenen Schneehaufen oder Feldern zu suchen.
Meine Freunde quittierten jeden meiner Ausflüge mit lautem Gejohle.
Brüderchens Motorrad hatte an diesem Tag echt so einiges auszuhalten. Natürlich gingen diese "Feldinfiltrierungen" nicht spurlos am Masterial vorbei.
Dennoch schafften wir es, jedoch mit saftiger Verspätung, irgendwann nach Hause.
Als Brüderchen seiner Maschine ansichtig wurde, traf ihn beinahe der Schlag.
Aus Gründen des Jugendschutzes gebe ich hier seinen genauen Wortlaut nicht wieder.
Alles in allem war es echt spassig. Ich freue mich auf nächstes Jahr.
Nur eine Frage quält mich: Wird mir Brüderchen sein Motorrad auch dann wieder borgen?
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Beitragvon Tugendwächter » 01.02.2006, 11:31

Lustig, Lustig. Herr Agnostiker!!!

Dein armer Bruder...wenn ich mir vorstelle, daß du es noch einige Male schaffen wirst ihn zu überreden, damit er dir etwas borgt...

>Meine Fahrweise wurde dadurch etwas ruppiger...
looool
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Beitragvon Agnostiker » 27.04.2006, 14:15

Mein liebes Tagebuch........

Ja ja, lang ist es her. Eigentlich sollte ich ja nun an Rübennases Auftrag sitzen, doch jetzt plötzlich hatte ich wieder einmal Lust, dir was in den elektronischen Speicher zu schreiben.
Vor einigen Wochen war es wieder einmal so weit. Mein lokaler Kawa Dealer (das stimmt ganz sicher, denn er "vertickt" all das, was Gott und die Straßenverkehrsordnung verboten hat) lud zum alljährlichen Saisonbeginn ein.
Im Rahmen dessen stehen alle neuen Motorräder zum ausführlichen Probefahren bereit. Unnötig zu erwähnen, dass dieser Tag in meinem Kalender dick und rot angezeichnet war, und als Pflichttermin selbst die eigene Hochzeit verdrängt hätte.

Ich kann dir sagen, mein liebes Tagebuch, es war ein Anblick der selbst einen hartgesottenen Agnostiker an einen Gott glauben ließ. So grün, so glänzend, so schööööööööööööön, wie es nur technische Wunderwerke sein können.
Du weißt doch, in den langen Wintermonaten sitze ich oftmals meinem Kawamann gegenüber und plaudere Benzin. Man kennt sich also, nicht nur das, man respektiert sich auch, was mir oftmals die heißesten Geräte unter den Hintern zaubert.
So auch dieses Mal, als es mich zielstrebig zu einer neuen ZX10R zog. 184 PS bei eben soviel Gewicht auf den Rippen ist eine Bank, auf die es immer zu zählen gilt. Doch Martin, der Kawamensch, winkte ab.
Er hatte was besseres. WAS BESSERES? Was kann wohl besser sein als dieser Motor in einem messerscharfen Rahmen?
Ganz klar. Ein stärkerer Motor in eben diesem messerscharfen Fahrgestell.
Man schraube die Serienflüstertüte ab, stecke dafür eine aus dem Hause Akrapovic dran, ändere hier und da etwas an der Einspritzung, baue noch ein paar kleine und unwichtige Dinge um, und schon erhält man ??? PS.
(Nach Angaben des Kawamanns reicht es gerade, um im Verkehr mitzufließen.)

Um es kurz zu machen: Die 200er Pferdemarke wird locker OHNE Ram Air durchbrochen. (Rübennase, stell dir einfach vor du hättest 200 Pferdchen vor deinem Fahrrad angeleint. Wie lang würdest du wohl im Sattel sitzen?)

Ihr fragt euch vielleicht, warum man so viel Kraft in einem Motorrad braucht?

Dazu ist es notwendig die menschliche Evolution einmal etwas genauer zu betrachten.
Was können wir eigentlich? Im direkten Vergleich zur Tierwelt loosen wir so etwas von gewaltig ab, dass es eine wahre Freude ist. Wir können weder schnell laufen. (Im Vergleich zu einer Weinbergschnecke vielleicht schon, aber gegen einen Gepard sieht die Sache doch ein wenig anders aus.) Auch nicht sonderlich gut sehen. (Ein Adler hat eine bessere Bildauflösung als ein Mensch mit Fernstecher. Nebenbei hat ein Raubvogel seine Augen immer dabei, ein Mensch sein Fernglas aber nicht.) Auch mit dem Riechen ist das so eine Sache. (Gegen einen Bluthund ziehen wir doch in jedem Bezug den kürzeren. Aber wenn man bedenkt, wie sehr manche Menschen auf die Pflege des eigenen Körpers Wert legen, ist das sicher auch besser so.)
Was können wir also?
Nun einerseits schmeckt Mensch angeblich ziemlich bescheiden. Ein Hai spuckt zumeist angewidert den Surfer wieder aus, den er zuvor noch für eine "Brettljause" hielt. Und auch ein Tiger im indischen Dschungel muss schon tief sinken um ins nächste Dorf zu trotten, und sich dort das Pendant zum Haferschleim im Altersheim zu holen.
Das ist jedoch für den einzelnen nicht unbedingt als Schutzmechanismus zu sehen. Denn während die gesamte Menschenrasse vor einem neuerlichen Überfall eines Raubtieres wegen dem schlechtem Geschmack gefeit sein dürfte, ist das für das einzelne Individuum unerheblich. Gefressen ist nun mal Gefressen.
Weiters ist auch der menschliche Intellekt nicht unbedigt dazu geeignet als Schutz angesehen zu werden.
Erstens ist ja sein Einstein bekannt, dass der Mensch nur 10% seines geistigen Potentials nützt (und die sind einzig dafür da um nicht beim Suppe-schlürfen im Teller zu ertrinken), und zweitens dürfen in der heutigen Zeit auch die 10 Prozent bezweifelt werden, wenn man Leute wie den derzeitigen amerikanischen Präsidenten einmal genauer analysiert.


WAS ALSO SCHÜTZT DAS HÄUFCHEN ELEND, WELCHES SICH MENSCH NENNT, VOR DER UNWIDERRUFLICHEN VERNICHTUNG DER ART DURCH STÄRKERE LEBEWESEN???















Das erzähl ich dir das nächste Mal, ok?
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
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Beitragvon Agnostiker » 21.05.2006, 20:34

Ha, fesch. Mit dem Tagebucheintrag kann ich gleich die notwenige Überleitung zu den letzten Ereignissen in meinem Leben finden.
Den einen oder anderen dürfte es schon aufgefallen sein. Endlich haben sich wieder GROSSBUCHSTABEN in meine Texte verirrt.
Zwar geht das Schreiben immer noch nicht so locker von der (linken) Hand, aber es wird.
Gut, also, wo waren wir?
Ach ja. Was macht den Mensch zur Krone der Schöpfung?
Er kann Sprechen und Denken, soweit ist es klar. Auch wenn dieses Vermögen nicht unbedingt dazu geeignet ist im täglichen Kampf ums Überleben im Dschungel zu bestehen, so ist es doch ein nettes Gimmick der Natur.
Wer meint, dass die Kunst der Komunikation dazu geeignet ist zu überleben, der soll ganz einfach mal versuchen einen anstürmenden Elefanten mit klaren und logischen Aussagen von dessem destruktiven Tun abzuhalten.
Er wird eine kurze, dennoch schmerzhafte Überraschung erleben.
Evolutionär gesehen ist "lernen" keine Waffe der Natur. Warum nicht? Der oben beschriebene Mensch (ja der mit dem Gottvertrauen an die die Überredungskunst) hat gelernt, dass ein gutes Gespräch sein Leben nicht unbedingt verlängert hat.
Das hätte nur das "aus dem Weg gehen" geschafft.
Doch leider kann er das Gelernte nicht mehr an seine Nachkommen weitergeben. (In erster Linie weil er sie nicht mehr zeugen kann, in zweiter weil seine Stimmbänder wohl etwas deformiert sein dürften.)

Was also kann uns vor den täglichen Gefahren eines Haiangriffs, eines alterschwachen Tigers, eines anstürmenden Elefantens oder eines amoklaufenden amerikanischen Blödist... äh, Präsidenten bewahren?

Das schafft nur das berühmte: "Ups,... schnell weg von da".
Und womit kommt man schnell weg?
Beine?
Auto?
Flugzeug?
MOTORRAD!!!!

Während "Schutzhütchen aufsetzen, aufsteigen, Schlüssel drehen, Startknopf drücken, erster Gang einlegen und abziehen" recht schnell geht, ist "Aufsperren, Tür öffnen, einsteigen, Gurt anlegen, Schlüssel anstecken, Licht aufdrehen, Bremskontrolle, Lichtkontrolle, Spiegelkontrolle, Schlüssel drehen, ersten Gang einlegen, Handbremse lösen und langsam anfahren", doch etwas zeitaufwendiger.
Üblicherweise ist der Zeitvorrat, der dir vor dem anstürmenden Elefanten noch bleibt, zumeist beim "Tür öffnen" schon verbraucht, und der Elefant ist über dich drüber.
Der Elefant wird zwar drei Kilometer später draufkommen, dass da vorhin ein kleiner Widerstand war, an dem er das Beinchen etwas mehr heben musste, doch für dich wird das unerheblich sein.

Ergo ist das Motorrad eine evolutionäre Notwendigkeit.
Beweisführung abgeschlossen.
Und weil mir die Hand bereits trotz Tramal furchtbar weh tut (jaja, ich bin ein Mann), werd ich hier wieder zu schreiben aufhören.

Ich hoffe auf Statements von den Mitgliedern, ob ich meine Erlebnisse weiter ausführen soll.
Bis bald, dein Agnostiker
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Beitragvon rübennase » 23.05.2006, 09:42

Ago ich muss gestehen das Dein vorletzter Eintrag irgendwie bei mir vorüber gegangen ist. :oops:

Hat mir aber wieder richtig Spass gemacht Deine neuen Beiträge zu lesen und ich würd mich über mehr Erlebnissberichte sehr freuen. :D

Agnostiker hat geschrieben:So auch dieses Mal, als es mich zielstrebig zu einer neuen ZX10R zog. 184 PS bei eben soviel Gewicht auf den Rippen ist eine Bank, auf die es immer zu zählen gilt.

Hmm, irgendwie war der alte schweizer Fritz W. Egli in den siebziger seiner Zeit doch schon weit voraus. Zu dieser Zeit hat er, meiner Meinung nach, eines der besten Motorräder der Geschichte konstruiert. Die <a href="http://www.spezialmotorraeder.de/Egli/Egli2/Egli_MRD1/egli_mrd1.html" target="_blank">Mrd1</a> hatte damals schon 180 PS am Hinterrad und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2.4 sek. Aber wie man sieht bekommen die japaner das ja nun auch langsam hin ;-)

Übrigens wurde die Mrd1 1986 für einen Weltrekord nochmals auf 320 PS gebracht.
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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Beitragvon Thork » 23.05.2006, 10:22

Hallo Ago,
natuerlich sollst du deine Erlebnisse weiter ausfuehren. Was ist denn das fuer eine Frage?
Keiner kann mit soviel Sarkasmus und Ironie die einfachsten soziologischen und evolutionaeren Zusammenhaenge erklaeren, wie du.
Und du wirst uns doch nicht dumm sterben lassen wollen, oder?

Also beiss die Zaehne zusammen, schluck noch eine Packung Tramal (Schmerzmittel, nehme ich an?) und gib ihm bis die Tasten qualmen...
Irgendwas ist ja immer...
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Beitragvon Agnostiker » 23.05.2006, 21:52

Hm gut, also weiter.
Tramal sind eingeworfen, die Tasten sind geölt und das Gehirn ist (teilweise, du weißt ja, die besagten 10 Prozentchen) eingeschalten.

Ehe jetzt noch der erhoben Zeigefinger des spielverderbenden Sicherheitsfanatikers in in meine Richtung zeigt, hier noch ein weiterer schlagender Beweis für meine These der Notwendigkeit eines Motorrades.
Man stelle sich einen Steinzeitmenschen vor. Er hat eben sein Mammut verdrückt, sich also eine Synapseneinlauf an Proteinen gegönnt, doch wohin nun mit den 10 Prozent denkfägiger Masse?
Angst vor dem Ertrinken in der Suppe braucht er nicht zu haben. Erstens hat er eben erst gegessen, zweitens gibt es noch keinen Supermarkt, wo er Dosensüppchen erstehen kann. (Geschweige denn, dass ihm so etwas wie Geld fehlt, da er es ja noch nicht erfunden hat.)
Gut, er hat also Zeit, er hat die Mittel und ist satt.
Also stellt er sich hin und erfinden das Rad.
Merkst du was?
Ich wiederhole noch einmal.
Er erfindet DAS Rad. Also eines, da das Wörtchen "DAS" Einzahl ist. Nicht vier, sondern DAS.
Unser Steinzeiterfinder, besser gesagt unser EINsteinzeiterfinder, erkennt, dass nur Notwendigkeit an einem einzelnen Rades besteht. So gesehen wäre es sinnlos gleich vier zu erfinden.
Jetzt hat unser Steinzeitler bereits zwei wichtige Entdeckungen gemacht. Erstens das Feuer. (Womit hätt er sonst sein lecker Mammut zubereitet?) Zweitens das Rad.
Von nun an war es nur noch ein kurzer Schritt beides miteinander zu verbinden.
DAS Rad und DAS Feuer.
Leider hat das böse Schicksal unserem Erfinder einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn just in dem Moment, wo ihm die Erkenntnis der optimalen Verbindung beiderlei Erfindungen wie ein Prankenhieb traf, traf ihn der besagte Prankenhieb nicht nur im übertragenen Sinne.
Denn plötzlich kam ein Berglöwe (vorzugsweise mit Säbelzähnen, das kannst du dir ausmalen wie du willst) des Weges, der auch gar mächtig an Hunger litt.
Darum dauerte es noch viele Jahre, bis endlich wieder einer auf die Symbiose zwischen Feuer und Rad kam.
Dieser Mensch hieß BENZ. Seine Erfindung: DER REITWAGEN!!! Das erste Fahrzeug mit Benzinkolbenmotor nach Otto war ein MOTORRAD!!!

Alles klar?

Wir fassen zusammen: Steinzeitmensch hat EIN Rad erfunden. Benz hat, weil Steinzeitmensch auf Speiseplan von Berglöwen (ja, der mit den riiiieeesigen Säbelzähnen) stand das Motorrad erfunden.
Seit jeher gilt das Fahren auf einem Rad (hinten oder vorne ist einerlei) als besondere Krönung des Fahrens mit einem Motorrad.
DAS FAHREN AUF EINEM RAD! VERSTANDEN???

Also mein Spielverderber, pack deinen Zeigefinger wieder ein und nimm diesen logischen Abriß der Menschheitsgeschichte als das hin, was es ist.
TATSACHE!

So, das war wieder mal etwas trockener Stoff. Nächstes Mal wird es wieder "blumiger".
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Beitragvon Dosenfutter » 24.05.2006, 09:28

Hallo lieber Agnostiker. Ich habe gestern ein übersinnliches Erlebnis gehabt: Dein Tagebuch hat zu mir gesprochen. Ich träumte gerade so schön vor mich hin, als ich auf der Stadtautobahn nach hause fuhr. Da sprach eine Stimme ganz sanft zu mir:
"Dooosenfutteeer....DoooOOOsenfuuuUUtter!"
"Wer..wer spricht da?
"Ich"
"Wer ist ich?"
"Ich, das Eine Buch"
"Sagt mir nix - wer oder was soll das sein?"
"Du kennst doch dieses Forum - das zum Lachen. Und da gibt es diesen Schreiberling aus einem anderen Land."
Mir fiel es wie Schuppen aus den Haaren. Es war tatsächlich Agnostikers Tagebuch.
"Aber wie kann das sein?", fragte ich.
"Du bist tod"
"Waaaasssss?!!!??"
"Hihi, nur ein Spass. Aber sag meinem Boss doch mal, dass mich seine Steinzeittheorien so was von langweilen...gäähn...! ICh will endlich wissen, was bei seiner Probefahrt passiert ist. Und wenn er das nicht macht, reiss ich mir selber alle Seiten raus"
Es gab einen hellen Lichtblitz und ich wachte in der waagerechten auf. Wo war ich? Ist das ein Krankenhaus? Tatsächlich. Irgendwann kam eine Krankenschwester zu mir und sagte: "Nur ein paar Prellungen. Sie haben echt Glück gehabt." Noch ziemlich neben mir ging ich nach hause - was war blos passiert? Ich liess mich aufs Sofa fallen und machte den Fernseher an. Die Nachrichten... und da sah ich es. Nein eigentlich sah ich mich. Ich sah mich auf der Strasse liegen, die Augen geschlossen. Und ein Sanitäter schien mit mir zu sprechen. Das Bild zoomte dichter und der Kommentator verstummte. Man konnte den Sanitäter hören, erst leise dann deutlicher. Und was er dann sagte, das kam mir komischerweise bekannt vor- aber irgendwie stimmte der Wortlaut nicht ganz:

"Hoosee runteer!! HoooOOsse runter!!! Ich muss seine Beine untersuchen"
"Wer..wer spricht da?
"Ich"
"Wer ist ich?"
"Ich bin Sanitäter, ich glaube, sie haben einen Beinbruch"
"Sagt mir nix - wer oder was soll das sein?"
"Naja du bist mit deinem Rad über die Strasse gefahrn - mit 40 Sachen. Und dann bei diesem Schreibewarenladen direkt gegen die Wand."
"Aber wie kann das sein?", fragte ich.
"Du bist zu doof"
"Waaaasssss?!!!??"
"Hihi, nur ein Spass. Aber dein drahtiges Ross ist hinüber. Das wird nicht mal mehr als Freizeitparkdekoration gehn! Und eigentlich soltest du wissen, dass man bei einer Überfahrt nicht mit vollem Tempo fährt - du hast so ein Glück, dass dir nichts passiert ist. Aber zur Sicherheit schick ich dich noch kurz ins Krankenhaus"

Das war es? Mein Traum war nur ein Missverständnis? Ich schlief irgendwann ein. Und heute lese ich deine Beiträge hier und jetzt weiß ich es: ich habe einen Auftrag!
Lieber Agnostiker, bitte schreibe doch über die Probefahrt und nicht über die Evolution.
Dein Hosen runter, ääh Dosenfutter
... und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
meine Seele - nimmermehr.
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Beitragvon Agnostiker » 24.05.2006, 14:18

Ist ja schon gut Dosenfutter.
Nächstes Mal kommen wir ja wieder zur Probefahrt.
Doch es war mir ein besonderes Anliegen die WAHRE Geschichte der menschlichen Evolution und die Auswirkungen auf den heutigen Motorradbau aufzuzeigen.
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Beitragvon Thork » 26.05.2006, 10:58

Kein Kommentar von andy-y ?
Hat den eigentlich in letzter Zeit nochmal jemand gesehen? :twisted:
Irgendwas ist ja immer...
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Beitragvon Hel » 02.06.2006, 11:55

wenn hier schon Carl Benz erwähnt wird, sollte man doch bitte auch seine Ehefrau nicht vergessen:
http://www.uni-muenster.de/Physik.TD/Uv ... taBenz.htm

Achso, meine These für die Notwendigkeit eines Motorrades ist folgende: Es gibt sie nicht aber das fahren damit hat was
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