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Mein liebes Tagebuch...............

Hier gibst nichts zu lachen

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Beitragvon sugar » 18.09.2005, 18:43

stepptanzen....... :rofl2:

super!!!

LG sugar
oh la la
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Beitragvon LostTime » 18.09.2005, 20:11

Oh, ich kringel mich hier...
Is nich war...
Ich bin für das verantwortlich, was ich sage, nicht für das, was andere verstehen!
"Fehlt da nicht irgendwo 'n 'Captain'?"

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Beitragvon sara » 19.09.2005, 19:25

das echt geil agnostiker. immer weiter so.
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22.09.2005

Beitragvon Agnostiker » 22.09.2005, 07:43

Mein liebes Tagebuch

Gestern hab ich die blonde Sekretärin des Radiologen wieder gesehen. Man brauchte noch einige Röntgenaufnahmen meiner Beine, und zwar im Stehen.
Da erfuhr ich auch, dass es sich bei der jungen Dame nicht wie zuerst angenommen um eine Sekretärin handelt, sondern dass ich mit ihr eine echte Magistra vor mir habe.
Magister sind allgemein Ärzte im Fötalstadium. Also Menschen, die es noch nicht zum Arzt geschafft haben (im Fall der Blondine wohl auch nie schaffen werden) und doch klüger sind als das, was man sich nach einem langen Spaziergang durch die Strassen einer Großstadt manchmal von der Schuhsohle kratzen muss.
Natürlich ist der Titel einer Magistra kein Anlass der jungen Dame nicht ein wenig auf die Nerven zu gehen.

Zuerst einmal suchte ich in der Wäschekiste alte Socken. Denn wenn sie schon meine Beine ins rechte Licht rücken muss, dann soll sie wenigstens auch was davon haben.
Über die alten Socken zieht man dann Turnschuhe. (Welche, die keine Belüftung haben.)
Derart ausgerüstet gings dann ab in den Wartesaal. Scheinbar wollte sie das Kriegsbeil begraben, denn ich hab mich noch nicht mal richtig gesetzt, schon wurde ich aufgerufen um in den Umkleidesaal der Röntgenkabine zu gehen. Darin dann bis auf die Unterhose ausziehen, Socken jedoch auch anlassen. (Die gaben bereits einen schönen Abdruck auf dem hellgrünen Linoleumboden, HEHEHEHEHE)

"Bitte Herr Agnostiker stellen sie sich auf das kleine Podest. Drehen sie ihr Bein ein wenig nach rechts."

Natürlich hab ich mein Bein nach links gedreht. Sie hat ja nicht gesagt ob sie ihr rechts oder mein rechts meint.

"Nein, bitte die andere Richtung. Nicht so viel, wieder ein wenig zurück."

Bei "zurück" hab ich mein Bein genau auf die selbe Stelle gedreht, wie es zuvor stand.
Nun wollte sie die Sache selbst in die Hand nehmen, was, wie ihr euch beim Zustand meiner Socken vorstellen könnt, ein Fehler ihrerseits war. Innerlich zerkugelte ich mich bereits vor lachen.
Sie ließ sich jedoch nichts anmerken, was meinen unterdrückten Lachkrampf bereits ins unermässliche steigerte.

"Bitte jetzt nicht bewegen, sonst wird das Bild nichts."

Ich stand ganz still. Wenn man jemanden zur Weißglut treiben will, kommt es ja immer auf das richtige Timing an. Jetzt herum zu tanzen würde nicht viel bringen.

Sie kam wieder rein, holte die Bildplatte und bat mich mein Bein kurz nicht zu bewegen. Sie müsse eine zweite Aufnahme machen, und wenn ich mein Bein irgendwie anders hinstelle hätte sie doppelt so viel Arbeit die Bilder später zusammen zu fügen.

Natürlich war eine Bewegung, nach der Ansage ihrerseits, unumgänglich. Nur ein ganz kleines Stückchen, so dass sie es nicht merkt.
Mist, sie hat es im Raster doch erkannt. Na macht nix, muss sie eben meine Füße mit den Socken wieder einrichten.
Als sie raus ging merkte ich, was sie tatsächlich noch vor dem Abbilden meiner Beine tat. Sie wusch sich die Hände, so richtig mit viiiiiel Seife.
Ab hier war es um meine Selbstbeherrschung geschehen. Ich fing lauthals an zu lachen.

Die Tür zur Röntgenkabine ging auf, sie kam rein und fragte: "Warum lachen sie?"
"Warum? Ganz einfach, durch ein zusammenziehen des Zwerchfells wird die Luft...."
"NEIN" unterbrach sie mich, "ich will wissen weswegen sie lachen."
"Waswegen? Das versuchte ich ihnen doch gerade zu erklären."
"ACH VERGESSEN SIE ES, BEWEGEN SIE SICH NICHT", fauchte sie, knallte die Tür zur Röntgenkabine zu und machte das Bild.

Ich derweilen hielt mich krampfhaft am Geländer fest, kämpfte gegen Lachreiz an und hatte Mühe mich dabei nicht zu bepinkeln.

SIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEG

Das war eigentlich alles, was ich zu dem Zeitpunkt denken konnte.

Der Rest verlief unspektakulär. Ich zog mich an und fuhr nach Hause. (Was kann da schon geschehen.)
Heute darf ich die Bilder abholen. Ich erwarte vor dem großen Arztschild ein Foto von mir zu sehen, mit der Aufschrift, "ICH DARF NICHT HINEIN".

So, das war es wieder einmal.
Bis zum nächsten Eintrag, dein Agnostiker.

PS.: Wer noch nie ein Bild eine Magnetresonanzuntersuchung gesehen hat, hab eins in das Album gesetzt.
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
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Beitragvon amara » 22.09.2005, 12:43

die arme frau :lol:
Die GRÜNEN tragen Sandalen, um nach allen Seiten offen zu sein.
Die SPD trägt geschlossene Schuhe, damit niemand ihnen was in die Schuhe schieben kann.
Und die CDU trägt die Absätze vorne, damit sie merkt, dass es aufwärts geht.
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Beitragvon Agnostiker » 22.09.2005, 12:57

Warum arme Frau?

Das hat sie sich doch ganz alleine eingebrockt. Eigentlich finde ich, ich war fast ein wenig zu sanft zu ihr.

Nichts desto trotz denke ich, eine spätere Heirat mit der Frau Magistra ist ausgeschlossen.
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Beitragvon rübennase » 22.09.2005, 13:19

Echt zum gröhlen. :rofl2:

Vielleicht kommt ihr ja besser miteinander aus, wenn sie weiss dass sie im Lach Forum verewigt ist. ;-)

:laugh:
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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30.09.2005

Beitragvon Agnostiker » 30.09.2005, 07:54

Mein liebes Tagebuch


Heute muss ich dir von den letzten Tagen erzählen, genauer gesagt von meinen Erlebnissen im Krankenhaus.
Am Montag war es soweit. Ich sollte wegen einer Aufnahme in der Uniklinik vorstellig werden. Natürlich wollte ich das nicht allzu früh machen, denn was sollte ich auch den ganzen Tag im Spital tun?
Also gings zuerst mal in ein Cafe. Dort studierte ich ausgiebig die Tageszeitungen, beobachtete das rege Treiben auf der Strasse und war so richtig mit mir im Reinen.
Doch das dieser Zustand des inneren Friedens nicht von langer Dauer sein sollte, das kannst du dir ja wohl vorstellen.

Gleich bei der Anmeldung im Krankenhaus kippte meine Stimmung, als der Portier die überaus intelligente Frage an mich stellte, was ich denn hier mache.

"Ich stehe hier bei der Anmeldung zur stationären Aufnahme. Raten sie doch einfach mal, was ich hier zu tun gedenke", antwortete ich.

"Stationäre Aufnahme werden hier nur bis spätestens 12 Uhr gemacht", erklärte mir der Herr am Empfang mit einer solch freundlichen Art, dass man glauben könnte, man stünde irgendwo am südlichsten Punkt der Erde.

Also packte ich meine Unterlagen zusammen und wollte mich schon wieder auf den Weg nach Hause machen, als mir der nette Herr doch noch die Anweisung gab, ich solle mich in der Unfallambulanz melden.

Natürlich kann es nicht angehen, dass ich nach einer solcherart freundlichen Begrüßung einfach wortlos ging, also gab ich dem Mann noch eine Denkaufgabe, an der er wohl immer noch knabbern wird.
"Wenn hier stationäre Aufnahmen nur bis 12 Uhr gemacht werden, so frage ich mich doch, warum sie immer noch in ihrem kleinen Glaskasten sitzen. Mittlerweile ist es ja schon 15 Uhr. Also machen sie entweder Überstunden, in denen sie mir und den anderen erklären, dass sie jetzt gar nicht arbeiten, oder sie können die Uhr nicht richtig lesen. Da sie ja immerhin wissen, dass es bereits nach Mittag ist, nehm ich also die zweite Möglichkeit an. Sie sitzen also hier, um allen zu sagen das sie heute hier gar nicht arbeiten. Haben sie sich je gedacht ein so wichtiges Mitglied der Gesellschaft zu werden, als sie die zweite Klasse Volksschule verlassen haben, da sie ja mit 18 Jahren zum Bundesheer mussten?"

Ich ließ den Empfangsherrn mit offenem Mund zurück, um mich in Richtung der Unfallambulanz zu begeben.
Hier wurden weitere Röntgenaufnahmen von meinem Knie gemacht. Da ich ja mittlerweile bereits 10 unterschiedliche Bilder und eine vollständige MR Untersuchung auf CD mitführte, fragte ich die Dame in der Röntgenabteilung ob diese nicht genügen, oder ob vielleicht noch ein alter Film vollzuknipsen sei, ehe sie all die anderen Aufnahmen entwickelt.
"Wir gehen immer gern auf Nummer Sicher. Darum werden auch bei uns noch Bilder gemacht."

Wenn ich also das richtig verstanden hab, wurde ich geröngt, weil die Bilder, die den Ausschlag für eine OP gaben und von der Klinik vorgeschrieben wurden für eine genaue Untersuchung nicht reichten. Darum machte man die ganze Bilderserie noch ein zweites Mal.
Wieso jedoch die Klinik dem Urteil des Röntgeninsitutes, welchem sie selbst den Auftrag erteilt hat, kein Vertrauen schenkt entzieht sich meines Verständnisses. (Teilweise ist es ja auch verständlich. Ihr habt ja bereits die Frau Magistra durch einen Tagebucheintrag kennen gelernt.)

Danach wurde ich zu dem Arzt geschickt, der die lustigmachenden Pillen verteilt, dem Anästhesisten. Scheinbar hat der gute Mann selbst einige seiner Pillen eingeworfen, so ganz frisch schien er nicht mehr zu sein, als er mir die Vorteile und Risken einer Vollnarkose erklärte.
Als ich dem Narkosearzt in die Augen sah, wurde meine Entscheidung gegen einen Kreuzstich doch arg ins Wanken gebracht. Es war nicht so sehr die Art was er sagte, sondern das "Wie", das mir einen Schauer in bester Horrorfilmmanier über den Rücken laufen ließ.
Irgendwie hatte der Anästhesist doch Ähnlichkeit mit Freddy Krüger. (Nicht jetzt das Aussehen, doch aber sein ganzes Gehabe.)
Ruhe kehrte erst wieder in mir ein, als der Herr der Pillen erklärte, er nehme die Narkotisierung nicht selbst vor, er mache heute nur das Aufklärungsgespräch.

"Verbietet ihnen ihre Religion irgendwelche Bluttransfusionen?", wollte er wissen.
"Blut können sie mir einfüllen so viel sie wollen, nur von Alkohol sollten sie bitte Abstand nehmen", entgegnete ich.
"Da können sie beruhigt sein, Alkohol füllen wir ihnen nicht ein", meinte er, und mein Verdacht auf Freddys Reinkarnation wurde durch sein Lachen doch langsam zur Gewissheit. (Eh klar kann er mir keinen Alkohol einfüllen. Den hat er ja sicher schon längst allein weggesoffen.)
Weiters solle ich ab Mitternacht nüchtern bleiben, nix mehr essen und trinken. (Wo soll ich auch noch Alk herbekommen, den hat er doch selbst schon längst intus.)

Nach dem Narkosearzt ging es dann auf die Station. Dort erklärte man mir, dass man durch mein spätes Erscheinen heute leider kein Zimmer mehr frei hat, und ich auf dem Gang nächtigen müsse.
Damit war auch von einem ruhigen Schlaf nicht mehr die Rede. Wenn dauernd wildfremde Leute an deinem Bett vorbeimarschieren, kannst du eine erfüllte Ruhephase aber echt knicken.

Dementsprechend war auch meine Laune am nächsten Morgen nicht die Beste, wie du dir vielleicht vorstellen kannst.
Und wenn ich so richtig grantig bin, ...................

Ich denke, das erzähl ich dir ein wenig später.
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Beitragvon Tugendwächter » 30.09.2005, 09:26

Wenn ich also das richtig verstanden hab, wurde ich geröngt, weil die Bilder, die den Ausschlag für eine OP gaben und von der Klinik vorgeschrieben wurden für eine genaue Untersuchung nicht reichten. Darum machte man die ganze Bilderserie noch ein zweites Mal.
Wieso jedoch die Klinik dem Urteil des Röntgeninsitutes, welchem sie selbst den Auftrag erteilt hat, kein Vertrauen schenkt entzieht sich meines Verständnisses. (Teilweise ist es ja auch verständlich. Ihr habt ja bereits die Frau Magistra durch einen Tagebucheintrag kennen gelernt.)

Wie wär's mit Leistungsabrechnung??

MRIs rocken, war mal Leitender einer VR-Simulation für Minimal-Invasive-Chirurgie am Knie ( Endoskopie )...mit virtuellen Werkzeugen in nem Gummidummy. Die Knorpelfräse war mein Lieblingsgerät.

*brummbrummshshshshbrumbrum*
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„Mit der Wahl der Geliebten legen wir, ohne es zu wissen, unsere wahrhaftigste Beichte ab.“
– José Ortega y Gasset
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Ich gugge Star Trek und bin trotzdem schön!
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30.09.2005 Teil 2

Beitragvon Agnostiker » 30.09.2005, 20:41

Mein liebes Tagebuch

Am Gang eines Krankenhauses zu schlafen, das ist was. Das einzige, was mich vor dem Wahnsinn bewahrte war die Gewissheit, bei der OP tief und fest in Morpheus Armen zu weilen.

Um sechs Uhr war es soweit. Endlich floh sich mein letzter Rest Verstand in den wohligen Schlaf. Und zwar für ganz genau 15 Minuten. Da wurde ich schon wieder geweckt. Die Stationsärztin wollte mir doch unbedingt einen Venflon setzen.
Hier noch was zur Erklärung. Bei uns tragen die Ärzte verschiedenfärbige Namensschilder, die ihren Rang in der Arzthierarchie anzeigen.
Oberärzte tragen blau, Assiärzte tragen grün und Stationsärzte (zumeist Praktikumsärzte) haben ein rotes Namensschild.
Die Stationsärztin war eine mit rotem Schild. Ihre Angespanntheit verriet mir, dass sie beim setzen eines Venflons nicht so Sattelfest war, wie dies sein sollte.
Sie konzentrierte sich so sehr, dass sie auf ein "Buh" von mir die Nadel zu Boden fallen hat lassen. (hehehehehehe)
Beim zweiten Mal klappte es aber dann doch, und sie konnte mir endlich mehrere Fiolen Blut aus den Venen ziehen.

Nicht lange darauf kam eine Krankenschwester mit meiner neuen Kleidung. Ein Hemdchen, welches hinten offen war, einen Strumpf für mein unverletztes Bein und ein, nun nennen wir es einmal aus Ermanglung anderer Bezeichnungen, Unterhöschen. Letzteres war aus einer Art Netz, das mir wie ein übriggebliebenes Netzshirt aus den 80er Jahren erschien.
Schön langsam bekam ich es mit der Angst zu tun.
Ich war da ja zur OP und nicht beim Dreh eines Pornos. Netzunterhöschen, Strümpfe und Hemdchen, das hinten absolut offen war. Wenn die noch mit Lippenstift gekommen wären, ich hätt mit Bestimmtheit Reißaus genommen.

Glücklicherweise, noch bevor ich den Fluchtplan in allen Einzelheiten ausarbeiten konnte, kam ein großer starker Pfleger, der mich in den OP Saal brachte. Dort rassierte man mir mein Bein, schnallte mich am OP Tisch fest und gab mir diverse Flüssigkeiten durch den Venflon.

Hätte ich noch schreien können, jetzt wär der richtige Zeitpunkt dafür gewesen. Ihr erratet nicht, wer mir da so freundlich "Gute Nacht" wünschte. Ja, genau, der Narkosearzt von gestern. Der, der selbst sein bester Drogenkonsument zu sein schien.

So um ca. 11 Uhr wurde ich wieder wach. (Ihr werdet euch doch wohl nicht denken, dass ich in der Zeit der OP irgendwelche Erlebnisse gespeichert hätte.)

Ich lag in einem Zimmer. (Nicht mehr am Gang, welch Verbesserung meiner Lage.)
Mein Bettnachbar hatte einen Rollstuhl, den ich kurzerhand requirierte. Irgendwie musste ich ja in den Raucherraum kommen. Also rauf auf den Rollstuhl und ab die Post. Der erste Zug an der Lucky kam mir wie eine Erlösung vor. Zum zweiten kam ich aber nicht mehr, da just zu diesem Zeitpunkt die Tür aufflog, eine Schwester im Raucherraum stand und mich anschrie: "Ja sind sie denn wahnsinnig? Eine halbe Stunde nach der OP bereits im Raucherraum? Dämpfen sie sofort die Zigarette aus und zurück ins Bett."
Vor so viel Autorität kann sich auch Agnostiker nicht entziehen. (Zu diesem Zeitpunkt hätt ich auch die Kraft hierfür gar nicht aufgebracht.)

Bis fünf blieb ich dann im Zimmer, im Tiefschlaf.
Das Abendessen tauschte ich dann noch einmal für den Rollstuhl meines Zimmernachbarn ein.
Diesmal ließ mich die Schwester gewähren. GOTT SEI DANK!!!

Den restlichen Abend verbrachte ich damit, die Schwestern und die Stationsärztin zu nerven. Leider habe ich an diese keine genauere Erinnerungen mehr, doch den Worten meines Zimmergenossen zufolge fuhr ich ein "hartes Programm".

Hier endet der Tagebucheintrag für den Dienstag.
Mittwoch wird aber morgen nachgereicht, versprochen.

Nur so zum Appetit machen. Am Mittwoch war ich seit langer Zeit wieder einmal "Schmähstaad". (Zu perplex um eine gute und witzige Antwort zu geben.) Das ist mir echt schon lang nicht mehr passiert.
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Beitragvon LostTime » 30.09.2005, 21:20

Ich habs mal für alle Lese-Faulen durch Logox gejagt:
http://w00589fb.dd6704.kasserver.com/Lo ... stiker.mp3
(1,12MB 10min)
sry für die schlechte Quali, aber ich wollts so klien wie mögloich haben
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Beitragvon rübennase » 30.09.2005, 22:33

Schade das ich es im Moment nicht hören kann, da meine Lautsprecher nicht funktionieren. :?

Ago Deine Tagebucheinträge sind wie immer saugeil. Ich freue mich immer wieder in Dein Tagebuch zu lesen. :D

Du scheinst aber auch kein einfacher Patient zu sein. :roll:

:goodwell:
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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30.09.2005 Teil 3

Beitragvon Agnostiker » 01.10.2005, 07:51

Mein liebes Tagebuch

Noch bevor ich über den Mittwoch berichte, möchte ich noch einen Nachtrag zu meiner ersten Nacht nach der OP, also Dienstag, machen.
In einem Klinikzimmer liegen vier Personen eines Geschlechts (gemischte Zimmer gibts leider nicht), die mehr oder weniger miteinander kommunizieren. In unserem Zimmer war sehr bald eine Gesprächsgrundlage vorhanden, die auch bis spät in die Nacht nicht abriss.
Was ich meine ist, dass meine Zimmergenossen ihre Klappen auch zu nachtschlafender Zeit nicht halten konnten.
Kurz, sie schnarchten.
Unter diesen Voraussetzungen war eine Nachtruhe für mich nicht gegeben, was meine Stimmung nicht gerade zu heben imstande war.

Noch dazu flog bereits um 6 Uhr die Zimmertür auf, eine Schwester trat ein und verteilte Fieberthermometer. Was ihr dabei das Leben rettete war, dass sie auch Gehilfen (Krücken) für mich mitführte.
Ich bekam damit den ärztlichen Segen zum Aufstehen. Mein erster Weg führte mich, wie soll es auch anders sein, ins Raucherzimmer.
Da ich zu diesem Zeitpunkt aufstehen durfte, war der Deal mit meinem Bettnachbarn, Essen gegen Rollstuhl, geplatzt.

Hierzu eine kleine Erklärung. Mein Zimmergenosse, nennen wir ihn Schwabbel, brachte mehr als 160 kg auf die Waage. Dies dürften die Ärzte zum Anlass genommen haben, den Mann auf 1000 kal zu setzen. Seine Familie ihrerseits schien das nicht weiter zu stören. Sie brachten zu jedem Besuch Berge von Süßigkeiten und Backwerk mit, was eine erfolgreiche Gewichtsreduktion durch die Diät zunichte machte.
Obgleich aber Schwabbel in seinem Nachtschrank mehr Brennwerte bunkerte als ein afrikanischer Zwergstaat für seine Bevölkerung aufbringen konnte, starrte Schwabbel immer mit sehnsüchtigen Blick auf meinen Teller. Doch wie gesagt, Deal geplatzt.
Sein Frühstück bestand aus einer Scheibe Schwarzbrot und ungezuckerten Tee, meins aus Kaffee, zwei Semmerl, Butter, Marmelade und einem Orangensaft.

Gegen 11 Uhr kam dann die Visite, von der ich mir eine genaue Beschreibung der geleisteten Arbeiten ab meinem Knie erhoffte. Was ich jedoch zu hören bekam war ein lapidares: "Dazu kann ich nichts sagen, ich war bei der OP nicht dabei."
Auf meine Frage, warum ich dann von genau dem Arzt untersucht werde der keine Ahnung von meiner Verletzung hat wurde mir gesagt, dass der Operateur bereits den nächsten Patienten am Tisch liegen hat.
Das beantwortete jedoch nicht meine Frage, darum hakte ich nach.

Meine Fragerei schien den Arzt, einen Oberarzt, auf die Nerven zu fallen. Denn schroff erklärte er mir: "Sie können mir schon glauben, dass ich genug Ahnung von dem habe, was ich hier mache."

"Nö, dass glaub ich ihnen jetzt aber nicht." Auf diese meine Aussage hin ließ die Schwester vor Schreck meine Krankenakte fallen.

"Wie bitte?", fragte Herr Oberarzt nach.

"Mir wurde bei jeder Untersuchung erklärt, dass man erst genaueres über die OP sagen kann wenn man das Knie geöffnet hat. Da sie jedoch bei der OP nicht dabei waren können sie auch keine Ahnung haben, was bei mir alles gemacht wurde."

Diese Aussage schien dem Herrn Oberarzt nicht so richtig zu gefallen, denn er drehte sich um und forderte bei einem Assiarzt die OP Unterlagen an. Danach würdigte er mich keines weiteren Blickes und wand sich dem nächsten Patienten zu. (Unnötig zu sagen, dass ich den Herrn Oberarzt die restliche Zeit meines Aufenthalts nicht mehr zu Gesicht bekam.)



Kurz nachdem die Visite den Raum verließ kam auch schon das Mittagessen. Gerade als ich nachsehen wollte, was es denn heute leckeres gibt, flog die Tür schon wieder auf, ein Pfleger kam herein und forderte mich auf sofort zum Röntgen mitzukommen. (Ich konnte ganz klar das Aufflackern der Hoffnung in Schwabbels Augen sehen.)
"Erst nach dem Essen." (Glitzerte da jetzt nicht eine dicke Träne in meines Zimmergenossen Augen?)
"Dann müssen sie aber warten, bis sie dran sind. Das kann aber sicher eine Stunde dauern."
"Eine Stunde? So lange muss ich warten? Ich weiß nicht, ob ich hier im Spital so lang Zeit habe. Ich muss doch ganz dringend zum Präsidenten, der will mir nämlich den Bundesverdienstorden für meine Geduld verleihen."
Kurzes Nachdenken meines Gegenübers. Danach viel die Tür wieder ins Schloss. (Niemand schien hier gewohnt zu sein, dass ein Patient seinen eigenen Willen zum Ausdruck bringt.)

So gegen 16 Uhr, wieder auf dem Zimmer, geschah etwas, das mein Weltbild vollkommen ins Wanken geraten hat lassen.
Das erste Mal seit langer Zeit hatte ich keine spontane Antwort auf eine entwaffnende Aussage parat.

Eine junge Lernschwester (violettes Namenschild) verteilte Thrombosespritzen und sagte dabei zu mir, dass ich wohl der Frechdachs sei, der seine Klappe nicht halten kann.
Ich war total perplex. Mein Mund klappte auf, mein Gehirn kommte das Gehörte nicht so richtig verarbeiten, das ganze Zimmer begann zu lachen, meine Ohren wurden heiß und nebenbei wurde ich auch noch ROT.
Das hat gesessen Treffer Mitschiffs.

Unnötig zu erwähnen, dass ich dies nicht so auf mir sitzen lassen konnte. Als das junge Mädchen (vielleicht 17) die leeren Spritzen abholen kam, fragte ich sie ganz unschuldig, ob sie auch lesen könne.

"Natürlich", gab sie zur Antwort.

"Na dann", meinte ich "schauen sie bitte mal unter meine Decke, was da für sie steht."

Ihr werdet es nicht glauben, sie trat tatsächlich auf mich zu und wollte meine Decke anheben. Im letzten Moment kam ihr doch noch die Erkenntnis, was ich eigentlich gesagt hatte. Nun hatte ich die Lacher auf meiner Seite, und das junge Mädchen wurde ihrerseits rot. Mein unschuldiger Gesichtsausdruck tat das übrige dazu, dass die Lernschwester fluchtartig unser Zimmer verließ.
Auch sie hab ich nie wieder gesehen. (Warum nur.)

Das wars eigentlich von meinem Krankenhausaufenthalt.
Am nächsten Tag wurde ich bereits entlassen. Ach ja, ich hab immer noch keine Ahnung was tatsächlich mit mir im Op Saal gemacht wurde.
Mal sehen, ob ich bei der Nachbehandlung eine erschöpfende Auskunft erhalte.
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Beitragvon LostTime » 01.10.2005, 09:26

"Was da für sie steht"...
LOooloooolooool000olol0l0l0o0lol
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Beitragvon amara » 01.10.2005, 11:56

lieber Agnostker,

Da kommen alte Erinnerungen hoch....grins

solche Patienten hatte ich immer am liebsten, damals war ich auch noch jung und schüchtern, und damals wurde ich auch noch rot :lol:
Die GRÜNEN tragen Sandalen, um nach allen Seiten offen zu sein.
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Beitragvon Agnostiker » 01.10.2005, 23:08

Och amara, dass ich auch immer missverstanden werde.

Ich verlange nur, dass man mich nicht von oben herab behandelt. Wer das macht, muss sich der Konsequenzen im klaren sein.
Und nebenbei bemerkt, hab ich auch das Recht zu erfahren, was man mit mir in meiner Netzunterwäsche gemacht hat, während ich mich nicht wehren konnte.

Man hört ja immer so viel, dass manche Ärzte Grenzen überschreiten. In meinem Fall wär das gar nicht so ungewöhnlich gewesen, so sexy und scharf wie ich in der Klinikreizwäsche aussah.
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Beitragvon Dosenfutter » 04.10.2005, 10:53

LostTime hat geschrieben:Ich habs mal für alle Lese-Faulen durch Logox gejagt:
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(1,12MB 10min)
sry für die schlechte Quali, aber ich wollts so klien wie mögloich haben


passwortabfrage.... :(
... und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
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Beitragvon rübennase » 04.10.2005, 11:59

Dose nun funzt es auch ohne Passwortabfrage.

Du musst dazu aber den Link von Losti seinen Originalbeitrag benutzen.
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist,
dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.
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Beitragvon Agnostiker » 04.10.2005, 12:31

Ich find meine Stimme geil. Nur lesen, das muss ich noch lernen.
“Im Verlauf dieses Prozesses habe ich Klarheit darüber gewonnen, daß die Haltung eines Agnostikers nicht intelligent ist.”
(Dr. Murad Wilfried Hofmann)
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Beitragvon Dosenfutter » 04.10.2005, 13:47

jau. wirklich geil. Klingt ein wenig wie der rückwärts sprechende Zwerg aus Twin Peaks.
@Agnostiker: jetzt versteh ich auch, warum dich die Ärzte und Schwestern nicht verstehen :D
... und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
meine Seele - nimmermehr.
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